Südvietnam zeigt eine ganz andere Seite des Landes: In Ho-Chi-Minh-Stadt bestimmen Hochhäuser, Märkte und eine lebendige Gastronomieszene den Rhythmus, während sich nur wenige Stunden entfernt die Wasserwege des Mekong-Deltas durch Reisfelder, Kokoshaine und kleine Dörfer ziehen. Vor der Küste warten mit Phu Quoc und Con Dao zwei Inselwelten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Wir zeigen Ihnen, welche Orte Südvietnam so besonders machen und welche Erlebnisse Sie auf Ihrer Reise nicht verpassen sollten.
Foto: Luftaufnahme der Skyline von Ho-Chi-Minh-Stadt bei Sonnenuntergang.
Ho-Chi-Minh-Stadt ist für viele Reisende der ideale Einstieg in den Süden Vietnams. Die lebhafte Metropole verbindet moderne Architektur, historische Viertel, Märkte und eine vielfältige Gastronomieszene und eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für die Weiterreise ins Mekong-Delta oder an die Küste.
Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, Restauranttipps und praktischen Empfehlungen finden Sie in unserem ausführlichen Blogbeitrag "Städtetrip Ho-Chi-Minh-Stadt: Sehenswürdigkeiten, Streetfood und Tipps für Saigon".
Unser Tipp: Planen Sie vor der Weiterreise mindestens zwei bis drei Nächte in der Stadt ein.
Das Mekong-Delta wird auf Vietnamesisch auch Cửu Long – "Neun Drachen" genannt. Der Name bezieht sich auf die Flussarme, über die sich der Mekong im Süden Vietnams Richtung Meer verzweigt. Heute prägen unzählige Wasserwege, Reisfelder, Obstgärten und Kokoshaine die Region. Ein klassisches Erlebnis ist eine Fahrt mit einem traditionellen Sampan. Die kleinen Holzboote gleiten durch schmale, von Wasserpalmen gesäumte Kanäle und ermöglichen einen unmittelbaren Blick auf das Leben am Wasser. Rund um Ben Tre lassen sich solche Bootsfahrten gut mit Fahrradtouren durch Dörfer und Kokosplantagen verbinden.
Wer über My Tho reist, sollte einen Stopp an der Vinh Trang Pagoda einplanen. Die buddhistische Tempelanlage aus dem 19. Jahrhundert verbindet vietnamesische, chinesische und europäische Architekturelemente und ist für ihre grossen Buddha-Statuen bekannt.
Unser Tipp: Planen Sie für das Mekong-Delta mindestens zwei Nächte ein. So bleibt genügend Zeit für eine Sampan-Fahrt durch die Kanäle, einen Stopp in Ben Tre oder My Tho und einen frühen Morgen auf dem schwimmenden Markt von Cai Rang.
Video: Phu Quoc - tropische Strände und türkisblaues Meer auf Vietnams "Perleninsel"
Nach Ho-Chi-Minh-Stadt und dem Mekong-Delta bietet Phu Quoc einen entspannten Kontrast. Die Insel ist allerdings grösser, als viele erwarten: Rund 150 Kilometer Küstenlinie, Nationalpark, Fischerdörfer und zahlreiche Strände verteilen sich über den Norden und Süden. Wer genügend Zeit hat, sollte deshalb nicht nur an einem Ort bleiben. Am einfachsten erreichen Sie Phu Quoc mit einem Direktflug, unter anderem ab Ho-Chi-Minh-Stadt, Hanoi, Can Tho oder Da Nang. Wer über Land reist, kann von Rach Gia oder Ha Tien mit der Fähre auf die Insel übersetzen.
Im Norden lohnt sich ein Ausflug zum Starfish Beach bei Rach Vem mit seinem flachen, klaren Wasser und den roten Seesternen. Bitte die Tiere weder berühren noch aus dem Wasser nehmen. Ebenfalls schön sind die ruhigeren Küstenabschnitte rund um Ganh Dau und der grüne Phu Quoc National Park. Im Süden warten Sao Beach, der An-Thoi-Archipel und die spektakuläre Hon-Thom-Seilbahn. Die fast acht Kilometer lange Strecke führt von An Thoi hoch über das Meer und die kleinen Inseln des Archipels bis nach Hon Thom.
Für die Erkundung der Insel ist ein Mietroller besonders praktisch und wird von vielen Hotels und lokalen Verleihern angeboten. Damit lassen sich Strände, Fischerdörfer und kleinere Stopps wesentlich flexibler miteinander verbinden. Am Abend lohnt sich ein Besuch des Phu Quoc Night Market im Zentrum von Duong Dong. Entlang der Bach Dang Street finden Sie zahlreiche Stände mit frischem Seafood, Streetfood, lokalen Spezialitäten und Souvenirs. Der Markt wird am Abend zur Fussgängerzone und lässt sich gut mit einem Spaziergang entlang der Promenade verbinden.
Unsere Unterkunftstipps: Das Green Bay Phu Quoc Resort & Spa eignet sich für ruhige Tage im grüneren Nordwesten der Insel. Ebenfalls empfehlenswert ist das Mango Bay Resort an der Westküste mit entspannter Atmosphäre und viel Natur.
Unsere Restaurant-Empfehlung: Für ein Abendessen direkt am Meer gehört On The Rock Restaurant & Beach Bar im Mango Bay Resort zu unseren Favoriten – am schönsten zum Sonnenuntergang.
Video: Con Dao - ein Inselparadies zwischen Dschungel und Meer.
Wer nach Phu Quoc noch eine ursprünglichere Inselseite Vietnams kennenlernen möchte, findet sie auf Con Dao. Der Archipel besteht aus 16 Inseln, von denen Con Son das touristische Zentrum bildet. Grosse Teile der Inselwelt stehen als Con Dao National Park unter Schutz – entsprechend ruhig sind viele Strände, Buchten und Küstenabschnitte geblieben.
Am bequemsten erreichen Sie Con Dao mit einem Direktflug ab Ho-Chi-Minh-Stadt. Alternativ verkehren Schnellfähren vom vietnamesischen Festland. Vor Ort lässt sich das Zentrum von Con Son gut zu Fuss oder mit dem Fahrrad erkunden; für abgelegenere Strände und den Nationalpark ist ein Roller besonders praktisch.
Unsere Restaurant-Tipps: Madame Hà ist eine gute Adresse für vegetarische und vegane vietnamesische Küche. Im gemütlichen May Bistro stehen vietnamesische Gerichte in entspannter Atmosphäre im Mittelpunkt. Für einen Drink oder ein unkompliziertes Essen direkt am Meer eignet sich Bar 200. Auch An Ơi Cafe & Restaurant ist einen Stopp wert - besonders zum Frühstück oder Brunch.
Unsere Café-Tipps: Das 1920 Café (12ê Lê Duẩn, Côn Đảo) verbindet Kaffee mit nostalgischer Atmosphäre und Erinnerungen an das historische Con Dao. Für eine Pause im Grünen eignet sich das Condor Garden Kafé. Matcha-Fans sollten ausserdem beim Nicobar Café & Matcha Bar vorbeischauen, wo neben Kaffee und Tee auch verschiedene Matcha-Getränke und Gebäck angeboten werden.
Unsere Unterkunftsempfehlung: Das Six Senses Con Dao liegt direkt an einem langen, ruhigen Sandstrand vor der Kulisse des Con Dao National Park. Die Villen mit privaten Pools fügen sich zurückhaltend in die Landschaft ein und machen das Resort zu einer idealen Adresse für alle, die Natur, Ruhe und hohen Komfort miteinander verbinden möchten.
Foto: Farbenfrohes Küstendetail auf Con Dao.
Südvietnam ist ganzjährig warm, die angenehmste Reisezeit liegt jedoch meist in der Trockenzeit von Dezember bis April. Für Ho-Chi-Minh-Stadt und das Mekong-Delta sind diese Monate ideal, da es weniger regnet und die Luftfeuchtigkeit etwas niedriger ist. Auch auf Phu Quoc herrschen zwischen November und April meist die besten Bedingungen für Strand und Bootsausflüge. Con Dao lässt sich grundsätzlich ganzjährig bereisen, wobei die Bedingungen je nach Wind und Regen etwas stärker schwanken.
Unser Tipp: Für eine Rundreise durch Südvietnam sind Februar bis April besonders geeignet, da sich in dieser Zeit Stadt, Mekong-Delta und Inseln gut miteinander kombinieren lassen.
Südvietnam zeigt ein anderes Gesicht des Landes als der geschichtsträchtige Norden oder die kaiserliche Mitte: lauter, tropischer und stärker vom Wasser geprägt. Zwischen dem urbanen Puls von Ho-Chi-Minh-Stadt, dem ruhigen Alltag im Mekong-Delta und den Stränden von Phu Quoc und Con Dao lässt sich die Vielfalt des Südens auf eindrückliche Weise erleben - ideal als Auftakt oder Abschluss einer grösseren Vietnam-Reise.