Nordvietnam begeistert mit abwechslungsreichen Landschaften, faszinierender Kultur und einer ganz eigenen Atmosphäre. Zwischen Bergen, Küste und ländlichen Regionen zeigt sich das Land von einer besonders vielseitigen Seite und bietet zahlreiche Möglichkeiten für Naturerlebnisse, Ausflüge und Entdeckungen. Wir zeigen Ihnen, welche Orte einen Besuch wert sind, wie sich die verschiedenen Regionen miteinander kombinieren lassen und was Sie bei der Reiseplanung beachten sollten.
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Foto: Hanois berühmte Train Street
Hanoi ist für viele Reisende der ideale Ausgangspunkt, um den Norden Vietnams zu entdecken. Am lebendigsten zeigt sich die Hauptstadt in der Altstadt rund um den Hoan-Kiem-See. In den schmalen Gassen des Old Quarter treffen traditionelle Geschäfte, kleine Cafés und Garküchen auf das geschäftige Treiben von Rollern und Strassenhändlern.
Wer etwas Zeit mitbringt, sollte durch die Altstadt schlendern, den Hoan-Kiem-See besuchen und sich durch Hanois vielfältige Küche probieren. Noch mehr Sehenswürdigkeiten, Restauranttipps und praktische Informationen finden Sie in unserem ausführlichen Blogbeitrag "Städtetrip Hanoi: Sehenswürdigkeiten, Kulinarik und Tipps für Vietnams Hauptstadt".
Von Hanoi aus lassen sich anschliessend die wichtigsten Regionen Nordvietnams gut erreichen.
Beide Buchten gehören zur selben spektakulären Karstlandschaft: Schroffe Kalksteinfelsen ragen aus smaragdgrünem Wasser, dazwischen liegen kleine Inseln, Höhlen und versteckte Lagunen. Von Hanoi dauert die Fahrt in die Region je nach Verkehr etwa 2,5 bis 3 Stunden.
Die Ha Long Bucht ist weltberühmt und touristisch hervorragend erschlossen. Die Auswahl reicht von einfachen Tagesausflügen bis zu luxuriösen Kreuzfahrten. Entsprechend lebhaft kann es auf den beliebten Routen rund um bekannte Höhlen und Aussichtspunkte werden. Die südlich gelegene Lan Ha Bucht rund um Cat Ba bietet eine ähnlich eindrucksvolle Landschaft, ist auf dem Wasser aber meist ruhiger. Am besten lässt sie sich mit dem Kajak oder einem kleineren Boot erkunden. Zahlreiche geschützte Buchten, Lagunen und kleine Strände laden unterwegs zum Schwimmen und zu längeren Stopps ein.
Unser Tipp: Statt einer grossen Kreuzfahrt lohnt es sich, ein kleineres privates Boot oder eine traditionelle Dschunke zu chartern. So lässt sich die Route flexibler gestalten und Sie können unterwegs spontan zum Kajakfahren oder Schwimmen anhalten. Wer mehr Zeit mitbringt, kann die Tour mit einer Übernachtung auf Cat Ba verbinden. Wer die klassische Ha Long Bucht besucht, sollte die Sung Sot Cave möglichst früh am Tag einplanen, bevor die grösseren Besuchergruppen eintreffen. Oberhalb der Höhle befindet sich zudem ein schöner Aussichtspunkt. Ebenfalls lohnenswert sind Ti Top Island mit kleinem Strand und Panorama-Aussicht sowie die Luon Cave, deren Lagune mit einem Kajak oder kleinen Bambusboot durch einen niedrigen Felstunnel erreicht wird.
Wer möglichst viel Ruhe, Natur und Zeit zum Kajakfahren sucht, sollte die Lan Ha Bucht wählen. Wer dagegen eine umfangreiche Auswahl an Touren, Schiffen und Komfortklassen möchte, ist in der klassischen Ha Long Bucht gut aufgehoben.
Video: Sapa - Magie zwischen Bergen und Reisterrassen.
Sapa liegt auf rund 1’500 Metern Höhe und ist vor allem für seine spektakulären Reisterrassen, tiefen Täler und die Bergwelt des Hoàng-Liên-Sơn-Gebirges bekannt. Am eindrucksvollsten zeigt sich die Landschaft im September und Oktober, wenn sich die Reisfelder zur Erntezeit goldgelb färben.
Unser Tipp: Für Sapa würden wir mindestens zwei bis drei Nächte einplanen. So bleibt genügend Zeit für eine Wanderung durch das Muong Hoa Valley, Fansipan, den Silver Waterfall und einen entspannten Nachmittag mit Kräuterbad oder Kaffee mit Bergblick.
Nur rund 100 Kilometer südlich von Hanoi liegt Ninh Binh, eine der schönsten Landschaftsregionen Nordvietnams. Steile Kalksteinberge ragen zwischen Reisfeldern und Flüssen auf - weshalb die Gegend häufig als "Ha Long Bucht an Land" bezeichnet wird.
Foto: Nebelverhangene Reisterrassen in sattem Grün während der Erntezeit.
Für eine Reise durch Nordvietnam eignen sich vor allem April bis Mai sowie September bis Oktober. In Hanoi, Ninh Binh und an der Küste liegen die Temperaturen dann meist bei etwa 23 bis 32 °C, in Sapa ist es mit ungefähr 18 bis 28 °C deutlich kühler. September und Oktober sind besonders schön für Sapa, wenn sich die Reisterrassen zur Erntezeit goldgelb färben. Von Juni bis August ist es heiss, schwül und regenreich, während es zwischen Dezember und März vor allem in den Bergregionen überraschend kühl und neblig werden kann.
Für die Reise eignen sich leichte, atmungsaktive Kleidung, feste Schuhe und Regenschutz. Für Sapa und Fansipan gehört eine zusätzliche warme Jacke ins Gepäck. Am besten kleiden Sie sich nach dem Zwiebelschalenprinzip, da die Temperaturen zwischen Küste, Städten und Bergen deutlich variieren können.
Unser Tipp: Für die gesamte Route würden wir September oder Oktober wählen.
Nordvietnam lässt sich besonders gut als abwechslungsreiche Rundreise erleben: von Hanoi weiter zu den Karstlandschaften der Ha Long Bucht oder Lan Ha Bay, in die Bergwelt rund um Sapa und schliesslich zu den Flüssen und Reisfeldern von Ninh Binh. Jede Region hat dabei ihren eigenen Charakter und lohnt sich für mehr als nur einen kurzen Zwischenstopp.
Planen Sie genügend Zeit für Bootstouren, Wanderungen, Fahrradausflüge und spontane Stopps ein - gerade diese Mischung macht den Norden Vietnams besonders reizvoll.