Hanoi ist eine Stadt voller Kontraste: In den engen Gassen der Altstadt drängen sich Motorroller, kleine Garküchen und traditionelle Geschäfte aneinander, während nur wenige Schritte entfernt Tempel, Seen und koloniale Gebäude für eine ganz andere Atmosphäre sorgen. Entdecken Sie mit uns Hanois schönste Seiten - von bekannten Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Highlights bis zu Tipps für Reisezeit, Fortbewegung und Budget.
Hanoi steckt voller historischer und kultureller Sehenswürdigkeiten. Diese Orte sollten Sie bei einem ersten Besuch nicht verpassen:
Die Altstadt ist das lebendige Herz Hanois. In den schmalen Gassen reihen sich kleine Geschäfte, Garküchen, Cafés und Werkstätten aneinander, während Motorroller scheinbar aus jeder Richtung auftauchen.
Besonders spannend sind die historischen 36 Gassen, die früher jeweils bestimmten Handwerken und Waren zugeordnet waren. Noch heute erinnern viele Strassennamen an diese Tradition. Dazwischen entdecken Sie immer wieder alte Tempel, koloniale Fassaden und kleine Innenhöfe. Ein Spaziergang durch das Viertel lohnt sich vor allem am frühen Morgen oder gegen Abend, wenn die Temperaturen angenehmer sind und die Stadt besonders lebendig wirkt. Rund um den Dong-Xuan-Markt lässt sich das lokale Alltagsleben besonders gut beobachten.
Foto: Ein Zug fährt durch die schmale Train Street in Hanoi.
Die Hanoi Train Street gehört zu den aussergewöhnlichsten Erlebnissen der Stadt: Mehrmals täglich fährt hier ein Zug nur wenige Meter an kleinen Cafés und Wohnhäusern vorbei. Es gibt zwei bekannte Abschnitte. Der nördliche Bereich bei Trần Phú/Phùng Hưng ist stärker reguliert und teilweise nur eingeschränkt zugänglich. Wir empfehlen deshalb den südlichen Abschnitt an der Lê Duẩn Street, der für Besucher unkomplizierter zugänglich ist.
Am einfachsten suchen Sie in Google Maps nach Hanoi 1990s - TrainStreet Coffee. Kommen Sie am besten rund 40 Minuten vor dem Zug, wenn Sie sich einen guten Platz sichern möchten. Besonders beliebt ist der Zug gegen 19:20 Uhr - entsprechend voll kann es werden. Rund um die spätere Durchfahrt gegen 19:45 Uhr ist es etwas entspannter (Stand September 2026). Die aktuellen Zeiten sollten Sie jedoch immer nochmals vor Ort überprüfen.
Wichtig: Nehmen Sie ausreichend Bargeld mit. Viele der kleinen Cafés entlang der Train Street akzeptieren keine Kreditkarten.
Unsere Café-Tipps an der Train Street
Unser Tipp: Die Train Street ist nicht nur eine Touristenattraktion, sondern vor allem ein Wohnviertel. Menschen leben und arbeiten direkt an den Gleisen. Respektieren Sie deshalb die Anwohner, vermeiden Sie unnötigen Lärm, blockieren Sie keine Eingänge und folgen Sie den Anweisungen des Cafépersonals, wenn sich ein Zug nähert.
Video: Anthony Bourdain in Hanoi: die komplette Folge von Parts Unknown
Hanoi ist eine Stadt, die man unbedingt auch über das Essen entdecken sollte. Die besten Mahlzeiten gibt es dabei nicht unbedingt in schicken Restaurants - oft sind es kleine Lokale, die sich seit Jahren auf ein einziges Gericht spezialisiert haben.
Unsere Restaurantempfehlungen
Unsere Tipps für die Restaurantsuche
Bei der Wahl eines Restaurants verlassen wir uns in Hanoi nicht allein auf Google-Bewertungen. Sehr hohe Bewertungen können teilweise durch Rabatte oder andere Anreize beeinflusst sein - interessanter ist oft, wo viele Einheimische essen. Unsere persönliche Faustregel: Bietet ein vietnamesisches Restaurant eine umfangreiche internationale Speisekarte, suchen wir meist lieber weiter. Die besten Lokale konzentrieren sich häufig auf nur wenige Gerichte - manchmal sogar auf ein einziges.
Und zum Kaffee?
Verlassen Sie Hanoi auf keinen Fall, ohne mindestens einmal einen Egg Coffee (Cà phê trứng) zu probieren. Der kräftige vietnamesische Kaffee mit einer cremig aufgeschlagenen Mischung aus Eigelb und Kondensmilch ist eine Spezialität der Hauptstadt. Ebenfalls unbedingt probieren: Coconut Coffee - Kaffee mit einer süssen, eisgekühlten Kokoscreme.
Unsere Favoriten sind:
Video: Bát Tràng Pottery Village - wo Keramik, Handwerk und Tradition lebendig werden.
Wer dem Trubel Hanois für ein paar Stunden entkommen möchte, sollte einen Ausflug ins Bát Tràng Pottery Village einplanen. Das traditionsreiche Keramikdorf liegt rund 14 Kilometer vom Zentrum entfernt und ist seit Jahrhunderten für seine Töpferkunst bekannt.
Zwischen kleinen Werkstätten, Keramikläden und verwinkelten Gassen können Sie den Handwerkern bei der Arbeit zusehen und vielerorts sogar selbst an der Töpferscheibe kreativ werden. Ein besonders spannender Stopp ist das moderne Bát Tràng Pottery Museum: Schon die aussergewöhnliche Architektur ist ein Hingucker, im Inneren erfahren Sie mehr über die Geschichte der Keramikkunst und sehen traditionelle sowie zeitgenössische Arbeiten.
Unser Tipp: Planen Sie etwa einen halben Tag ein - so bleibt genug Zeit für das Dorf, den Markt und das Museum, ohne dass der Ausflug gehetzt wirkt.
Direktflüge von der Schweiz nach Hanoi gibt es derzeit nicht. Ab Zürich erreichen Sie die vietnamesische Hauptstadt jedoch bequem mit nur einem Zwischenstopp, beispielsweise über Istanbul, Doha, Dubai oder Bangkok. Auch über SWISS lassen sich Verbindungen von Zürich nach Hanoi buchen, wobei einzelne Strecken von Partnerfluggesellschaften durchgeführt werden.
Der internationale Flughafen Noi Bai (HAN) liegt rund 27 Kilometer vom Zentrum Hanois entfernt. Je nach Verkehr dauert die Fahrt in die Innenstadt etwa eine Stunde. Taxis und Fahrdienste wie Grab sind die bequemste Variante; günstiger geht es mit dem Expressbus 86. In der Altstadt erkunden Sie Hanoi am besten zu Fuss. Für längere Strecken empfehlen wir die Grab-App. Für kurze Distanzen ist GrabBike oft schneller und günstiger - besonders im dichten Verkehr Hanois.
Wer selbst Roller fahren möchte, sollte bedenken, dass der Verkehr sehr hektisch sein kann und für Ungeübte schnell überfordernd wirkt.
Hanoi ist für Schweizer Verhältnisse ein ausgesprochen günstiges Reiseziel. Als einfache Orientierung gilt derzeit: CHF 1 entspricht rund 32’000 VND, CHF 10 also ungefähr 320’000 VND. Der Wechselkurs kann natürlich schwanken.
Für einen normalen Tag in Hanoi sollten Sie - ohne Flug, aber inklusive Unterkunft, Essen, Kaffee, kurzen Grab-Fahrten und ein bis zwei Eintritten – mit etwa 1’000’000 bis 1’800’000 VND pro Person rechnen. Das entspricht grob CHF 30 bis 55. Wer sehr einfach reist, kommt günstiger aus; mit Boutique-Hotel und gehobenen Restaurants kann es deutlich mehr werden.
Typische Preise in Hanoi:
Unser Tipp: Essen, Kaffee und kurze Fahrten kosten in Hanoi oft nur wenige Franken. Den grössten Einfluss auf das Reisebudget hat deshalb meist die Wahl der Unterkunft.
Preise: Stand September 2026
Wer Hanoi zum ersten Mal besucht, sollte mindestens eine Nacht in der Altstadt (Old Quarter) verbringen. So erleben Sie das besondere Flair des Viertels auch am frühen Morgen und am Abend, wenn viele Tagesbesucher bereits verschwunden sind. Unsere Empfehlung: Maison d’Orient: Das kleine Boutique-Hotel versteckt sich in einer ruhigen Gasse nahe der St.-Joseph-Kathedrale und wurde von einem vietnamesischen Architekten gestaltet. Die individuell eingerichteten Zimmer tragen Namen lokaler Gewürze wie Zimt, Ingwer oder Sternanis und greifen mit vielen Details den Stil des alten Hanoi auf.
Wer es etwas ruhiger und eleganter mag, ist im French Quarter gut aufgehoben. Breite Boulevards, französisch geprägte Architektur und die Nähe zum Hoan-Kiem-See machen das Viertel zu einer schönen Alternative zur lebhaften Altstadt. Unsere Empfehlung: Conifer Hotel – ein kleines Boutique-Hotel in einer ruhigen Strasse im French Quarter, nur wenige Schritte von der Hanoi Opera entfernt.
Eine entspanntere Alternative ist Tây Hồ am West Lake. Das Viertel liegt etwas ausserhalb des historischen Zentrums und eignet sich besonders, wenn Sie dem Trubel Hanois zwischendurch entkommen möchten. Unsere Empfehlung: Westlake Atelier – ein kleines, individuelles Homestay mit nur wenigen Zimmern und entspannter Atmosphäre. Einige Zimmer verfügen über Balkon oder Terrasse, und der West Lake ist zu Fuss erreichbar.
Hanoi lässt sich kaum auf eine Liste von Sehenswürdigkeiten reduzieren - die Stadt erschliesst sich über ihre Sinne: den Duft von gegrilltem Fleisch aus den Gassen, das Hupen, das nach ein paar Tagen fast zum Stadtklang wird, und den ersten Schluck Egg Coffee. Wer sich auf dieses Nebeneinander von jahrhundertealten Tempeln, kolonialer Architektur und Streetfood-Ständen einlässt, entdeckt eine Stadt, die trotz aller Hektik überraschend einfach zu bereisen ist. Drei bis vier Tage reichen für einen ersten intensiven Eindruck.
Am Ende bleibt vor allem das Gefühl, sich einfach treiben gelassen zu haben - und genau das macht Hanoi so besonders.
Hẹn gặp lại, Hà Nội! – Bis bald, Hanoi!