Wer an Vietnam denkt, hat oft Hanoi im Norden und Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden im Kopf. Dazwischen liegt Zentralvietnam – eine Region voller kaiserlicher Geschichte, jahrhundertealter Handelsstädte, eindrucksvoller Küsten und einer aussergewöhnlichen Höhlenlandschaft. In diesem Beitrag zeigen wir die schönsten Orte, Erlebnisse und Reisetipps für eine Reise durch Zentralvietnam.
Inhalt:
Da Nang ist ein idealer Ausgangspunkt für eine Reise durch Zentralvietnam. Direktflüge ab Zürich gibt es derzeit nicht. Dafür stehen mehrere komfortable Verbindungen mit nur einem Zwischenstopp zur Auswahl – beispielsweise mit Singapore Airlines über Singapur, mit Cathay Pacific über Hongkong sowie ab Dezember 2026 mit Thai Airways über Bangkok. Der internationale Flughafen liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Auch Hoi An erreichen Sie von hier in rund 45 bis 50 Minuten.
Nur rund 30 Kilometer südlich von Da Nang liegt Hoi An, eine der stimmungsvollsten Städte Zentralvietnams. Die historische Altstadt gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe und ist ein aussergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel eines südostasiatischen Handelshafens aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. Chinesische, japanische und europäische Einflüsse prägen Architektur und Stadtbild bis heute.
Tagsüber lohnt sich ein Spaziergang durch die gelben Gassen mit historischen Handelshäusern, chinesischen Versammlungshallen und der Japanischen Brücke. Rund um Hoi An führen zudem flache Fahrradwege durch Reisfelder und kleine Dörfer bis zum An Bang Beach. Im nahe gelegenen Cam Thanh Coconut Village können Sie mit den typischen runden Bambusbooten durch die Wasserpalmen fahren. Wer einen halben Tag zusätzlich hat, kann ausserdem das rund eine Stunde entfernte My Son Sanctuary besuchen.
Am Abend verwandeln unzählige Laternen die Altstadt und das Flussufer. Dann lohnt sich auch ein Spaziergang über den Hoi An Night Market mit Streetfood, kleinen Verkaufsständen und farbenfrohen Laternen.
Video: Huế - Impressionen aus der Kaiserstadt.
Huế war von 1802 bis 1945 die Hauptstadt der Nguyen-Dynastie und ist bis heute eng mit Vietnams kaiserlicher Vergangenheit verbunden. Entlang des Parfümflusses liegen Paläste, Pagoden und monumentale Kaisergräber, die der Stadt eine ganz eigene Atmosphäre verleihen.
Die Imperial City ist das wichtigste Highlight und sollte möglichst am frühen Morgen besucht werden. Direkt in der Nähe lohnt sich auch das Huế Museum of Royal Antiquities mit zahlreichen Objekten aus der Nguyen-Dynastie. Ausserhalb des Zentrums liegen die eindrucksvollen Kaisergräber von Minh Mang, Tu Duc und Khai Dinh. Ebenfalls sehenswert ist die Thien Mu Pagoda am Parfümfluss.
Foto:Beeindruckende Felsformationen in der riesigen Haupthalle der Paradise Cave.
Nach Küste, Altstadt und Kaiserstadt zeigt Zentralvietnam in Phong Nha eine völlig andere Seite. Der Phong-Nha-Kẻ-Bàng-Nationalpark ist geprägt von dichtem Dschungel, Karstbergen, unterirdischen Flüssen und einem der beeindruckendsten Höhlensysteme der Welt.
Für einen ersten Besuch eignet sich die Phong Nha Cave, die mit einem Boot über den Son River erreicht wird. Der Eintritt kostet aktuell 150’000 VND pro Person, hinzu kommen 700’000 VND pro Boot für bis zu zwölf Personen. Kleine Gruppen können sich ein Boot teilen. Noch eindrucksvoller ist die Paradise Cave mit ihren riesigen Kammern und Tropfsteinformationen. Der öffentlich zugängliche Abschnitt führt rund einen Kilometer über Holzstege durch die Höhle. Der Eintritt kostet 250’000 VND, die elektrische Shuttlefahrt zum Ausgangspunkt zusätzlich rund 20’000 VND.
Die Dark Cave bietet dagegen eher Abenteuer als klassische Höhlenbesichtigung: Zipline, Kajak, Schwimmen und ein Schlammbad gehören zum Programm. Mit 450’000 VND für das Komplettpaket ist sie unkompliziert zu besuchen, wirkt aber auch deutlich touristischer und stärker als Erlebnispark inszeniert als die anderen Höhlen. Wer vor allem spektakuläre Höhlenformationen sehen möchte, würden wir eher zu Phong Nha Cave und Paradise Cave raten.
Foto: Hoi Ans Altstadt bei warmem, sonnigem Reisewetter.
Für Da Nang, Hoi An, Huế und Phong Nha eignen sich vor allem März bis Mai. Dann ist es meist warm, sonnig und noch nicht so heiss wie im Hochsommer. Von Juni bis August steigen die Temperaturen häufig über 30 °C - ideal für Strandtage, aber deutlich heisser für Besichtigungen. Ab September beziehungsweise Oktober beginnt die regenreichere Zeit mit Starkregen, tropischen Stürmen und möglichen Überschwemmungen.
Packen Sie leichte Kleidung, Sonnenschutz und bequeme Schuhe ein. Für Tempel sollten Schultern und Knie bedeckt sein, für Höhlen in Phong Nha empfiehlt sich zusätzlich eine leichte Jacke.
Unser Tipp: Für die gesamte Route sind März oder April ideal.
Länderinformationen zu Vietnam: Einen kompakten Überblick zu Einreisebestimmungen, Sicherheit, Gesundheit, Zahlungsmitteln und weiteren praktischen Reisetipps finden Sie auf unserer Länderinformationsseite zu Vietnam - ideal als kurzer Check vor der Abreise.
Zentralvietnam vereint auf vergleichsweise kurzen Distanzen vieles von dem, wofür Reisende sonst quer durch das Land fahren müssten: kaiserliche Geschichte in Huế, jahrhundertealte Handelskultur in Hoi An, moderne Küstenstädte wie Da Nang und die spektakuläre Höhlen- und Karstlandschaft von Phong Nha.
Die kurzen Wege zwischen den einzelnen Stationen machen die Region ideal für alle, die in begrenzter Zeit möglichst viele unterschiedliche Seiten Vietnams erleben möchten.