Zentralvietnam: Zwischen Laternen, Kaiserstadt und Küstenlandschaften

Wer an Vietnam denkt, hat oft Hanoi im Norden und Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden im Kopf. Dazwischen liegt Zentralvietnam – eine Region voller kaiserlicher Geschichte, jahrhundertealter Handelsstädte, eindrucksvoller Küsten und einer aussergewöhnlichen Höhlenlandschaft. In diesem Beitrag zeigen wir die schönsten Orte, Erlebnisse und Reisetipps für eine Reise durch Zentralvietnam.

Foto: Luftaufnahme von Da Nangs eindrucksvoller Küstenlandschaft.

Foto: Panoramablick von den Marble Mountains über die Umgebung von Da Nang.

Foto: Die Son-Tra-Halbinsel im frühen Morgenlicht.

Foto: Die Lady-Buddha-Statue an der Linh-Ung-Pagode aus der Vogelperspektive.

Foto: Da Nangs Dragon Bridge bei Sonnenuntergang.

Foto: Die berühmte Golden Bridge hoch über den Ba Na Hills.

Da Nang - zwischen Stadt, Strand und Bergen

Da Nang ist ein idealer Ausgangspunkt für eine Reise durch Zentralvietnam. Direktflüge ab Zürich gibt es derzeit nicht. Dafür stehen mehrere komfortable Verbindungen mit nur einem Zwischenstopp zur Auswahl – beispielsweise mit Singapore Airlines über Singapur, mit Cathay Pacific über Hongkong sowie ab Dezember 2026 mit Thai Airways über Bangkok. Der internationale Flughafen liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Auch Hoi An erreichen Sie von hier in rund 45 bis 50 Minuten.

  • Strand, Stadt und lokales Leben: Da Nang verbindet lange Sandstrände mit einer modernen Innenstadt und grünen Bergen. Am My Khe Beach gefällt uns vor allem der Abschnitt rund um Pham Van Dong und den East Sea Park. Wer die lokale Strandkultur erleben möchte, sollte früh aufstehen: Zwischen etwa 5 und 7 Uhr treffen sich hier viele Einheimische zum Schwimmen, Spazieren und Sport. Gegen Abend erwacht der Strand ein zweites Mal zum Leben. Später lohnt sich ein Spaziergang entlang des Han River. Die beleuchtete Skyline und die Dragon Bridge sorgen für eine völlig andere Atmosphäre als tagsüber. Generell empfehlen wir, in Da Nang öfter zu Fuss unterwegs zu sein, statt für jede kurze Strecke ein Taxi oder Grab zu nehmen - gerade rund um den Fluss und die Strandviertel entdeckt man so deutlich mehr.
  • Sehenswert in Da Nang: Die Marble Mountains verbinden Höhlen, Pagoden und Aussichtspunkte. Auf der Son Tra Peninsula erwarten Sie grüne Natur, Küstenblicke und die Linh Ung Pagoda mit der grossen Lady-Buddha-Statue. Die Dragon Bridge ist eines der Wahrzeichen der Stadt, während das Cham Museum eine der bedeutendsten Sammlungen der Cham-Kultur zeigt. Wer einen zusätzlichen Tag hat, kann ausserdem die Ba Na Hills mit der bekannten Golden Bridge besuchen.
  • Unsere Café-Tipps: Für guten Kaffee empfehlen wir V7 Tab Coffee, das kleine Đốm Café (montags geschlossen) sowie hyggecoffee.
  • Unsere Restaurant-Tipps: Auch kulinarisch hat Da Nang viel Auswahl. Zu unseren Empfehlungen gehören Rang für indische und moderne Fusion-Küche, Ăn Thôi für vietnamesische Küche sowie Bún Mắm Bà Đông - ein traditionsreicher, auch im Michelin Guide aufgeführter Laden für Bún Mắm. Für Seafood direkt in Strandnähe eignet sich Bé Ni 2. 

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Hoi An - Laternen, Altstadt und Reisfelder

Nur rund 30 Kilometer südlich von Da Nang liegt Hoi An, eine der stimmungsvollsten Städte Zentralvietnams. Die historische Altstadt gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe und ist ein aussergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel eines südostasiatischen Handelshafens aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. Chinesische, japanische und europäische Einflüsse prägen Architektur und Stadtbild bis heute.

Tagsüber lohnt sich ein Spaziergang durch die gelben Gassen mit historischen Handelshäusern, chinesischen Versammlungshallen und der Japanischen Brücke. Rund um Hoi An führen zudem flache Fahrradwege durch Reisfelder und kleine Dörfer bis zum An Bang Beach. Im nahe gelegenen Cam Thanh Coconut Village können Sie mit den typischen runden Bambusbooten durch die Wasserpalmen fahren. Wer einen halben Tag zusätzlich hat, kann ausserdem das rund eine Stunde entfernte My Son Sanctuary besuchen.

Am Abend verwandeln unzählige Laternen die Altstadt und das Flussufer. Dann lohnt sich auch ein Spaziergang über den Hoi An Night Market mit Streetfood, kleinen Verkaufsständen und farbenfrohen Laternen.

  • Unsere Restaurant-Tipps: Für Pho empfehlen wir Phở Cồ Thắng. Gute Adressen für Banh Mi sind Madam Khanh – The Banh Mi Queen und Bánh Mì Phượng, das durch Anthony Bourdain international bekannt wurde. Pflanzliche Küche gibt es bei V Vegan, während sich Mê Hội An Rooftop Coffee & Kitchen für Essen mit Blick über die Dächer der Altstadt eignet.
  • Unsere Café-Tipps: Zu unseren Favoriten gehören The Inner Hoian by Àla, Kaymai – Concept Store mit kleinem Café –, Piatti Cafe Hoi An und Cộng Cà Phê.
  • Unsere Unterkunftsempfehlung: Wer etwas ausserhalb des Trubels der Altstadt übernachten möchte, sollte sich das Namia River Retreat ansehen. Das Wellness-Resort liegt ruhig am Fluss und dennoch nur eine kurze Fahrt von Hoi An entfernt.
  • Weiter nach Huế: Für die Fahrt nach Huế lohnt sich ein privater Transfer über den Hai Van Pass. Ohne längere Stopps dauert die Fahrt etwa 3 Stunden; mit Aussichtspunkten und Pausen sollten Sie eher 4 bis 5 Stunden einplanen.

Video: Huế - Impressionen aus der Kaiserstadt.

Huế – auf den Spuren der Kaiser

Huế war von 1802 bis 1945 die Hauptstadt der Nguyen-Dynastie und ist bis heute eng mit Vietnams kaiserlicher Vergangenheit verbunden. Entlang des Parfümflusses liegen Paläste, Pagoden und monumentale Kaisergräber, die der Stadt eine ganz eigene Atmosphäre verleihen.

Die Imperial City ist das wichtigste Highlight und sollte möglichst am frühen Morgen besucht werden. Direkt in der Nähe lohnt sich auch das Huế Museum of Royal Antiquities mit zahlreichen Objekten aus der Nguyen-Dynastie. Ausserhalb des Zentrums liegen die eindrucksvollen Kaisergräber von Minh Mang, Tu Duc und Khai Dinh. Ebenfalls sehenswert ist die Thien Mu Pagoda am Parfümfluss.

  • Unsere kulinarischen Tipps: Zu unseren Empfehlungen gehören Cô Ri Restaurant und Sip. Für Seafood lohnt sich das Nhà Hàng Duyên Anh, das vor allem für Spezialitäten aus der Region der Tam-Giang-Lagune bekannt ist. Traditionelle Huế-Spezialitäten wie Bánh Bèo, Bánh Nậm und Bánh Lọc gibt es bei Quán Bánh O Lé (Kiệt 104, 17/9 Kim Long, Huế). Wer verschiedene lokale Gerichte an einem Ort probieren möchte, sollte ausserdem den Dong Ba Market besuchen – von Bún Bò Huế über Cơm Hến bis zu kleinen Bánh-Gerichten ist die Auswahl gross.
  • Unsere Unterkunftstipps: aNhill Boutique liegt ruhig im Grünen und bietet Pool, Spa und Garten. Wer kleinere, architektonisch besondere Unterkünfte mag, sollte sich auch De Hué space ansehen – ein ruhiger Homestay inmitten der grünen Umgebung von Thuy Xuan.
  • Für den Abend: Ein Glas Wein oder einen Cocktail empfehlen wir bei fai. wine bar. Die kleine Weinbar kombiniert Wein, Specialty Coffee und Snacks und ist mittwochs geschlossen.
  • Unsere Café-Tipps: Zu unseren Favoriten gehören Hội Cafe, son.studio, MÙA, tan.lab und TUI cafe space. Gerade Hue hat eine überraschend starke Café-Szene, die sich gut zwischen den Besichtigungen entdecken lässt.
  • Weiter nach Phong Nha: Von Huế erreichen Sie Phong Nha mit Autobus oder privatem Transfer in etwa 4 Stunden. Alternativ fahren Sie mit dem Zug nach Dong Hoi und von dort nochmals rund 45 bis 90 Minuten mit Autobus oder Transfer nach Phong Nha.

Foto:Beeindruckende Felsformationen in der riesigen Haupthalle der Paradise Cave.

Phong Nha – Vietnams spektakuläre Höhlenwelt

Nach Küste, Altstadt und Kaiserstadt zeigt Zentralvietnam in Phong Nha eine völlig andere Seite. Der Phong-Nha-Kẻ-Bàng-Nationalpark ist geprägt von dichtem Dschungel, Karstbergen, unterirdischen Flüssen und einem der beeindruckendsten Höhlensysteme der Welt.

Für einen ersten Besuch eignet sich die Phong Nha Cave, die mit einem Boot über den Son River erreicht wird. Der Eintritt kostet aktuell 150’000 VND pro Person, hinzu kommen 700’000 VND pro Boot für bis zu zwölf Personen. Kleine Gruppen können sich ein Boot teilen. Noch eindrucksvoller ist die Paradise Cave mit ihren riesigen Kammern und Tropfsteinformationen. Der öffentlich zugängliche Abschnitt führt rund einen Kilometer über Holzstege durch die Höhle. Der Eintritt kostet 250’000 VND, die elektrische Shuttlefahrt zum Ausgangspunkt zusätzlich rund 20’000 VND. 

Die Dark Cave bietet dagegen eher Abenteuer als klassische Höhlenbesichtigung: Zipline, Kajak, Schwimmen und ein Schlammbad gehören zum Programm. Mit 450’000 VND für das Komplettpaket ist sie unkompliziert zu besuchen, wirkt aber auch deutlich touristischer und stärker als Erlebnispark inszeniert als die anderen Höhlen. Wer vor allem spektakuläre Höhlenformationen sehen möchte, würden wir eher zu Phong Nha Cave und Paradise Cave raten. 

  • Naturerlebnis: Eine schöne Alternative zu einem weiteren Höhlentag ist Blue Diamond Retreat. Das rund fünf Hektar grosse Eco-Retreat liegt zwischen Wald, Karstbergen und dem Blue River. Auch Tagesgäste können hier schwimmen, Kajak oder SUP fahren, Rad fahren und in der Natur entspannen. Das Halbtagesangebot kostet aktuell ab 420’000 VND pro Person unter der Woche beziehungsweise 480’000 VND am Wochenende. 
  • Unsere Unterkunftsempfehlung: Auko - Eco-Wellness Lodges Phong Nha liegt direkt am Son River und verbindet 30 naturnah gestaltete Lodges mit Wellness, Yoga, Fahrradtouren und weiteren Naturerlebnissen.
  • Unsere Restaurant-Tipps: Zu unseren Empfehlungen gehören The Rice House, PHONG NHA FAMILY RESTAURANT (Thôn 1 Cù Lạc, Phong NHA, Phong Nha), Phong Nha Vegan Restaurant sowie A Little Leaf, das direkt am Fluss liegt und vietnamesische Küche, Seafood und Barbecue anbietet. 
  • Unsere Café-Tipps: Für eine Kaffeepause empfehlen wir Phong Nha Coffee Station und East Hill - Phong Nha. Für Kaffee mit besonders viel Natur rundherum lohnt sich Phong Nha Ồ Ồ Lake.

Foto: Hoi Ans Altstadt bei warmem, sonnigem Reisewetter.

Beste Reisezeit für Zentralvietnam

Für Da Nang, Hoi An, Huế und Phong Nha eignen sich vor allem März bis Mai. Dann ist es meist warm, sonnig und noch nicht so heiss wie im Hochsommer. Von Juni bis August steigen die Temperaturen häufig über 30 °C - ideal für Strandtage, aber deutlich heisser für Besichtigungen. Ab September beziehungsweise Oktober beginnt die regenreichere Zeit mit Starkregen, tropischen Stürmen und möglichen Überschwemmungen.

Packen Sie leichte Kleidung, Sonnenschutz und bequeme Schuhe ein. Für Tempel sollten Schultern und Knie bedeckt sein, für Höhlen in Phong Nha empfiehlt sich zusätzlich eine leichte Jacke.

Unser Tipp: Für die gesamte Route sind März oder April ideal.

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Praktische Tipps für Zentralvietnam

  • Bargeld: Neben der Karte sollten Sie immer etwas Bargeld in vietnamesischen Dong (VND) dabeihaben – vor allem für Märkte, kleinere Restaurants und Ausflüge. Über den Notenversand von Swiss Bankers können Sie vietnamesische Dong bereits vor der Reise nach Hause bestellen.
  • Grab statt Taxi: Installieren Sie vor der Reise die Grab App. In Da Nang, Hoi An und Huế lassen sich damit Fahrten unkompliziert buchen; Preis und Ziel werden direkt in der App angezeigt.
  • SIM oder eSIM: Eine lokale SIM-Karte oder eSIM erleichtert Navigation, Restaurantreservierungen und die Nutzung von Grab. Für abgelegenere Regionen wie Phong Nha empfiehlt sich zusätzlich eine Offline-Karte.
  • Regen- und Sonnenschutz: Das Wetter kann sich in Zentralvietnam schnell ändern. Leichter Regenschutz, Sonnenschutz und bequeme Schuhe gehören deshalb immer ins Gepäck.
  • Reiseversicherung: Für zusätzliche Sicherheit unterwegs bietet sich eine Reiseversicherung wie TravelProtect von Swiss Bankers an, insbesondere bei medizinischen Notfällen oder anderen unerwarteten Ereignissen.
  • Länderinformationen zu Vietnam: Einen kompakten Überblick zu Einreisebestimmungen, Sicherheit, Gesundheit, Zahlungsmitteln und weiteren praktischen Reisetipps finden Sie auf unserer Länderinformationsseite zu Vietnam - ideal als kurzer Check vor der Abreise.

Fazit: Zentralvietnam zwischen Geschichte, Küste und Natur

Zentralvietnam vereint auf vergleichsweise kurzen Distanzen vieles von dem, wofür Reisende sonst quer durch das Land fahren müssten: kaiserliche Geschichte in Huế, jahrhundertealte Handelskultur in Hoi An, moderne Küstenstädte wie Da Nang und die spektakuläre Höhlen- und Karstlandschaft von Phong Nha.

Die kurzen Wege zwischen den einzelnen Stationen machen die Region ideal für alle, die in begrenzter Zeit möglichst viele unterschiedliche Seiten Vietnams erleben möchten.