Es gibt Orte, die einen nicht mehr loslassen. Zakynthos ist so ein Ort. Die griechische Insel im Ionischen Meer trägt den Beinamen „Fiore di Levante“ – Blume des Ostens. Schon in venezianischer Zeit beeindruckte sie mit ihrer üppigen Natur, hellen Küsten und dem türkis schimmernden Meer. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen die schönsten Strände, Aussichtspunkte, Bootsausflüge, Schildkröten-Spots und Tipps für unvergessliche Ferien auf Zakynthos.
Foto: Farbenprächtige Sonnenuntergangsstimmung am Navagio Beach.
Wer an Zakynthos denkt, denkt fast automatisch an den Navagio Beach. Zwischen steilen Kalksteinfelsen liegt hier das Wrack der MV Panagiotis – rostig, verwittert und doch eindrucksvoll. Der Strand mit weissem Kies und türkisblauem Wasser zählt zu den meistfotografierten Orten Griechenlands.
Wichtig für die Reiseplanung: Der Strand bleibt 2026 voraussichtlich bis 31. Oktober aus Sicherheitsgründen gesperrt. Betreten ist nicht erlaubt; möglich sind vor allem der Blick von oben oder eine Annäherung per Boot aus sicherer Distanz, je nach aktueller Lage. Besonders schön ist der Aussichtspunkt am frühen Morgen oder späten Nachmittag, wenn das Licht weich ist und die Bucht besonders eindrucksvoll wirkt.
Der Süden von Zakynthos gehört der Unechten Karettschildkröte, auf Griechisch Caretta caretta. Die Laganas-Bucht zählt zu den wichtigsten Brutgebieten dieser geschützten Meeresschildkröte im Mittelmeer und steht deshalb unter besonderem Schutz.
Ein beliebtes Ausflugsziel ist Marathonisi, auch „Turtle Island“ genannt. Die kleine Insel begeistert mit hellem Sand, klarem Wasser und sensibler Natur. Wer Glück hat, kann bei einer verantwortungsvollen Bootstour Schildkröten aus sicherer Distanz beobachten. Ein konkreter Tipp ist die eco-friendly Turtle-Spotting-Tour von Nefis Travel. Die Tour führt durch den National Marine Park of Zakynthos und verbindet Schildkrötenbeobachtung mit Informationen zum Schutz der Tiere. Wichtig bleibt: Abstand halten, keine Tiere verfolgen und nur Anbieter wählen, die die Regeln des Meeresparks respektieren.
Auch Cameo Island bei Agios Sostis lohnt einen kurzen Stopp. Die kleine Insel ist über eine fotogene Holzbrücke mit dem Festland verbunden und gehört zu den bekanntesten Fotomotiven im Süden von Zakynthos.
An der Nordspitze von Zakynthos zeigt sich die Insel von einer besonders magischen Seite. Rund um Cape Skinari formen helle Felsen, versteckte Höhlen und kristallklares Wasser eine Küstenlandschaft, die man am besten vom Boot aus entdeckt.
Das Highlight sind die Blauen Grotten: Wenn das Sonnenlicht auf das Wasser trifft, leuchten die Höhlen in intensiven Blautönen – fast so, als würde das Meer von innen strahlen. Bootstouren starten unter anderem ab Agios Nikolaos oder direkt bei Skinari und lassen sich ideal mit einem Stopp am Cape Skinari verbinden. Dort stehen zwei Windmühlen über dem Meer, und eine Treppe führt hinunter zu einer kleinen Badeplattform. Besonders schön ist der Besuch am Vormittag, wenn das Wasser ruhig ist, das Licht perfekt steht und die Nordküste von Zakynthos in ihrem schönsten Blau leuchtet.
Foto: Zakynthos-Stadt aus der Vogelperspektive.
Die Inselhauptstadt Zakynthos überrascht viele Besucher mit ihrer lebendigen Mischung aus Hafenflair, neoklassizistischen Gebäuden und venezianischen Einflüssen. Nach dem schweren Erdbeben von 1953, das weite Teile der Insel zerstörte, wurde die Stadt sorgfältig neu aufgebaut – mit grosszügigen Plätzen, Arkaden und einer eleganten Uferpromenade.
Besonders schön ist ein Abendspaziergang entlang des Hafens, wenn die Lichter angehen und die Küstenlinie langsam in warmes Licht getaucht wird. Danach lohnt sich ein gemütliches Abendessen in einer der Tavernen – ganz ohne Eile, denn auf Zakynthos beginnt der Abend oft erst etwas später.
Zakynthos ist eine Insel für Strandliebhaber – aber man sollte sich nicht nur auf einen Hauptstrand beschränken. Gerade der Reiz der Insel liegt darin, verschiedene Küstenabschnitte zu entdecken: von langen Sandstränden im Süden bis zu felsigen Badeplätzen mit tiefblauem Wasser im Westen.
Zu den schönsten Swim-Spots der Insel gehören Porto Limnionas und Porto Roxa. Hier trifft klares, türkisblaues Wasser auf helle Felsen – ideal zum Schwimmen, Schnorcheln und für alle, die lieber von Felsplateaus ins Meer steigen als am klassischen Sandstrand liegen. Ebenfalls besonders ist Xigia Beach: Die kleine Bucht ist für ihr milchig-blaues Wasser und ihre schwefelhaltigen Quellen bekannt – ein etwas anderer, aber sehr eindrucksvoller Badestopp. Im Süden warten Strände wie Kalamaki, Gerakas und Laganas mit feinem Sand und flach abfallendem Wasser. Auch Limni Keriou ist einen Besuch wert: Mit etwas Glück kann man hier sogar Unechte Karettschildkröten in Ufernähe sehen. Wichtig ist dabei immer, Abstand zu halten und die Tiere nicht zu stören.
Wer es lebhafter mag, findet rund um Tsilivi, Alykes und Banana Beach mehr Infrastruktur, Wassersport und Strandbars. So bietet Zakynthos für jede Stimmung den passenden Strand – vom ruhigen Naturplatz bis zum entspannten Ferientag mit Liegestuhl, Musik und Blick aufs Ionische Meer.
Wer die Klassiker abgehakt hat, findet auf Zakynthos noch viele stille Ecken – vorausgesetzt, man hat einen Mietwagen und etwas Abenteuerlust.
Foto: Zefki – Leeda’s Slow Living Restaurant
Kulinarisch zeigt sich Zakynthos angenehm unkompliziert: viel Olivenöl, frisches Gemüse, Fisch, Fleischgerichte aus dem Ofen und lokale Produkte, die oft direkt aus der Umgebung kommen. Typisch für die Insel sind unter anderem der würzige Ladotyri-Käse sowie süsse Spezialitäten wie Mandolato und Pasteli.
Ein besonderes Erlebnis ist To Pirounaki in Lagadakia. Die familiengeführte Taverne liegt abseits der Küste, umgeben von Weinbergen, Oliven- und Zitrusbäumen. Statt langer Speisekarte erwartet Gäste hier oft ein festes Menü mit mehreren kleinen Gängen, Wein und viel persönlicher Gastfreundschaft. Für einen besonderen Abend mit Aussicht lohnt sich das Keri Lighthouse Restaurant. Hoch über dem Meer gelegen, bietet es einen spektakulären Blick auf die Mizithres-Felsen und die Südwestküste von Zakynthos – besonders eindrucksvoll zum Sonnenuntergang. Ebenfalls schön für den Abend ist die L’été Sunset Bar bei Porto Limnionas. Zwischen Naturstein, Lounge-Atmosphäre und Blick auf das Ionische Meer lässt sich hier der Tag bei einem Cocktail oder Glas Wein entspannt ausklingen. Ebenfalls eine schöne Adresse für einen besonderen Abend ist das Zefki – Leeda’s Slow Living Restaurant bei Lithakia. Das Restaurant setzt auf lokale Produkte, Zutaten aus der Umgebung und eine ruhige Atmosphäre zwischen Olivenhainen.
Generell gilt: Die besten Mahlzeiten findet man oft abseits der grossen Touristenmeilen. Wer nach dem Essen noch ein Dessert oder einen Ouzo aufs Haus bekommt, sitzt ziemlich sicher am richtigen Ort – auf Zakynthos ist Gastfreundschaft nicht nur ein Wort, sondern Teil des Abends.
Zakynthos ist zwar keine riesige Insel, doch die einzelnen Regionen fühlen sich sehr unterschiedlich an. Deshalb lohnt es sich, die Unterkunft nicht nur nach dem Hotel, sondern auch nach der passenden Lage auszuwählen.
Foto: Swiss Bankers TravelProtect Versicherung
Zakynthos ist eine Insel, die man nicht nur besucht, sondern erlebt: im ersten Blick auf das türkis leuchtende Meer, im warmen Abendlicht über den Klippen, beim Bootsausflug zu versteckten Höhlen oder beim Essen in einer kleinen Taverne abseits der Küste. Zwischen berühmten Fotomotiven, stillen Buchten, geschützten Schildkrötenstränden und charmanten Bergdörfern zeigt die Insel viele Gesichter. Wer sich Zeit nimmt und Zakynthos mit offenen Augen entdeckt, nimmt mehr mit nach Hause als schöne Ferienbilder – nämlich dieses besondere Gefühl von griechischem Sommer.