Rügen verbindet ursprüngliche Natur mit dem nostalgischen Charme traditionsreicher Seebäder. Deutschlands grösste Insel lädt zu langen Strandspaziergängen, genussvollen Entdeckungen und vielfältigen Ausflügen ein, bei denen der Alltag ganz von selbst in den Hintergrund rückt. In diesem Beitrag entdecken Sie Rügens schönste Sehenswürdigkeiten und Strände, besondere Genussadressen sowie abwechslungsreiche Ausflugsziele.
Inhalt:
Foto: Spektakuläre Kreideküste im Nationalpark Jasmund auf der Ostseeinsel Rügen.
Die berühmten Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund gehören zu den eindrucksvollsten Naturhighlights Rügens. Leuchtend weisse Klippen ragen über der tiefblauen Ostsee empor, während alte Buchenwälder bis dicht an die Steilküste reichen. Je nach Wetter und Tageszeit wirkt die Landschaft mal strahlend und weit, mal beinahe geheimnisvoll. Einen besonders schönen Ausblick bietet der Skywalk am Königsstuhl, der über der Kreideküste zu schweben scheint. Im angrenzenden Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL erfahren Besucher in einer interaktiven Ausstellung mehr über die Entstehung der Kreidefelsen, die alten Buchenwälder und das UNESCO-Weltnaturerbe. Für den Besuch des Zentrums und des Skywalks sollten etwa zwei bis drei Stunden eingeplant werden.
Wer die Natur intensiver erleben möchte, folgt einem der markierten Wanderwege durch den Nationalpark. Unterwegs eröffnen sich immer wieder spektakuläre Blicke auf die Ostsee und die zerklüftete Küstenlandschaft.
An der Nordspitze Rügens zeigt sich die Insel von ihrer ursprünglichen und rauen Seite. Hoch über der Ostsee erheben sich die beiden markanten Leuchttürme von Kap Arkona. Von den Aussichtspunkten reicht der Blick weit über das Meer - besonders bei klarem Wetter ein eindrucksvolles Erlebnis. Das Kap lässt sich vom nahe gelegenen Fischerdorf Putgarten zu Fuss, mit dem Fahrrad oder mit der kleinen Kap-Arkona-Bahn erreichen. Unterwegs lohnt sich ein Abstecher zum idyllischen Fischerdorf Vitt, dessen reetgedeckte Häuser sich malerisch in eine geschützte Küstenmulde schmiegen.
Für den Ausflug sollte genügend Zeit eingeplant werden, denn neben den Leuchttürmen laden auch Küstenwege, Aussichtspunkte und kleine Cafés zu einer längeren Entdeckungstour ein.
Binz ist das bekannteste Seebad Rügens und verbindet elegantes Ferienflair mit einem breiten Sandstrand. Entlang der Strandpromenade reihen sich prachtvolle weisse Villen mit verspielten Balkonen, Veranden und Türmchen aneinander – ein besonders schönes Beispiel für die typische Bäderarchitektur der Insel. Einen spannenden architektonischen Kontrast setzt der in Binz geborene Bauingenieur Ulrich Müther. Sein futuristisch wirkender Rettungsturm an der Strandpromenade entstand als Station der Wasserwacht und wird heute als Standesamt genutzt. Die filigrane Betonschale zählt zu den charakteristischen Werken des bekannten Schalenbaumeisters.
Die Strandpromenade mit dem historischen Kurhaus, zahlreichen Cafés und dem Blick auf die Seebrücke bildet das lebendige Zentrum des Ostseebads.
Wer es etwas ruhiger mag, spaziert zum Fischerstrand oder zum nahe gelegenen Schmachter See. Besonders am frühen Morgen oder in den Abendstunden zeigt sich Binz hier von seiner entspannten Seite.
Foto: Die berühmte Seebrücke von Sellin im warmen Licht eines goldenen Morgens.
Die Seebrücke von Sellin zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Rügens. Mit ihrem eleganten Brückenhaus und der langen Plattform über der Ostsee bietet sie eine besonders stimmungsvolle Kulisse – vor allem am frühen Morgen oder in den Abendstunden. Am Ende der Seebrücke lädt die Tauchgondel zu einem ungewöhnlichen Ausflug unter die Wasseroberfläche der Ostsee ein.
Vom Ortszentrum führt die Wilhelmstrasse mit ihren prachtvollen Bädervillen bis zur Steilküste. Über die sogenannte Himmelsleiter oder bequem mit dem Aufzug gelangen Besucher hinunter zur Seebrücke und zum Hauptstrand.
Neben dem Strand an der Seebrücke bietet Sellin auch einen längeren Südstrand in Richtung Baabe. Wer den Ort abseits der Küste erkunden möchte, kann rund um den Selliner See spazieren oder in einem der Cafés entlang der Wilhelmstrasse eine Pause einlegen.
Video: Inseltraum Rügen: Das Mönchgut – ein Naturparadies zwischen Ostsee und Bodden.
Im Südosten Rügens verbinden Göhren und Baabe entspannte Strandferien mit dem ursprünglichen Charme der Halbinsel Mönchgut. Göhren bietet neben einer lebendigen Promenade und einer Seebrücke gleich zwei unterschiedliche Küstenabschnitte: den belebteren Nordstrand und den ruhigeren, naturbelassenen Südstrand. Baabe wirkt etwas kleiner und familiärer. Der feinsandige Strand fällt flach ins Meer ab und eignet sich besonders gut für erholsame Badetage und lange Spaziergänge. Hinter den Dünen führen Wege durch Kiefernwälder und entlang des Baaber Beks, einer schmalen Wasserverbindung zwischen Ostsee und Bodden.
Weiter südlich zeigt sich Rügen besonders idyllisch. Rund um Gager, Gross Zicker, Lobbe und Thiessow prägen reetgedeckte Häuser, kleine Häfen, sanfte Hügel und weite Boddenlandschaften das Bild. Die Region lässt sich hervorragend zu Fuss oder mit dem Fahrrad entdecken und bietet viel Ruhe abseits der grösseren Seebäder.
Foto: Das imposante Jagdschloss Granitz auf der Insel Rügen.
Mitten im dichten Buchenwald der Granitz erhebt sich das imposante Jagdschloss Granitz. Das rosafarbene Schloss zählt zu den bekanntesten Bauwerken der Insel und begeistert mit seinen historischen Räumen, kunstvollen Details und einer besonderen Lage hoch über der Umgebung. Das Highlight ist der Mittelturm mit seiner spiralförmigen Wendeltreppe. Wer die zahlreichen Stufen erklimmt, wird mit einem weiten Panoramablick über Wälder, Seebäder und die Ostsee belohnt.
Das Schloss lässt sich besonders schön bei einer Wanderung durch den Granitzer Wald oder mit dem Rasenden Roland erreichen. So wird bereits die Anreise zu einem stimmungsvollen Teil des Ausflugs.
Nördlich von Binz liegt Prora – ein Ort, an dem sich Ostseeidylle und bewegte Geschichte auf besondere Weise begegnen. Der kilometerlange Gebäudekomplex wurde während der Zeit des Nationalsozialismus als riesige Ferienanlage geplant und prägt das Küstenbild bis heute. Im Dokumentationszentrum Prora erfahren Besucher mehr über die Entstehung, Nutzung und historische Bedeutung der Anlage. Teile des Komplexes wurden inzwischen modernisiert und beherbergen heute unter anderem Wohnungen, Hotels und gastronomische Angebote.
Nur wenige Schritte entfernt beginnt ein breiter Sandstrand, der von Dünen und Kiefernwald gesäumt wird. Ein weiteres Naturerlebnis bietet das nahe gelegene Naturerbe Zentrum Rügen mit seinem Baumwipfelpfad, von dem sich ein weiter Blick über die umliegenden Wälder und die Ostsee eröffnet.
Foto: Norddeutscher Genuss: Bismarckhering vor der malerischen Dünenkulisse Rügens.
Auch kulinarisch ist Rügen eng mit der Ostsee und der Landschaft der Insel verbunden. Frischer Fisch, saisonales Gemüse, regionale Backwaren und Sanddorn prägen die Küche. Besonders typisch ist ein Fischbrötchen direkt am Hafen – unkompliziert, norddeutsch und mit Blick auf die Boote besonders stimmungsvoll.
Besondere Adressen sind das Räucherschiff Fischland und Kutterfisch in Sassnitz sowie das traditionelle Restaurant Daheim in Lohme. In Sellin verbindet die Kleine Melodie Fischküche mit direkter Strandlage. In Binz serviert Omas Küche regionale Gerichte in nostalgischem Ambiente, während freustil moderne, regional inspirierte Küche bietet. Saisonale Gerichte mit Bio-Produkten aus der Umgebung erwarten Sie im Convivo Rügen in Garz.
Als süsses Mitbringsel eignen sich Sanddornsaft, Konfitüre und weitere Spezialitäten aus der herb-säuerlichen Beere.
Rügen verbindet eindrucksvolle Natur, traditionsreiche Seebäder und abwechslungsreiche Ausflugsziele auf besondere Weise. Ob beim Spaziergang an den Kreidefelsen, an einem der langen Sandstrände oder in den charmanten Küstenorten – die Insel bietet ideale Voraussetzungen für erholsame und zugleich vielseitige Ferien an der Ostsee.