Hotel gebucht, Mietwagen reserviert, die Ferien können kommen. Doch dann verlangt die Rezeption oder die Vermietung plötzlich eine Kaution. Mehrere Hundert Franken sind schnell blockiert, und genau dieses Geld war vielleicht für Essen, Ausflüge und Benzin eingeplant. Warum wollen Hotels und Autovermietungen überhaupt eine Kaution? Welche Karten akzeptieren sie, und wann ist das Geld wieder frei? Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten sollten, wie Sie unerwartete Belastungen erkennen und Ihre Reisekasse vor unangenehmen Überraschungen schützen.
Das Zimmer ist längst bezahlt, trotzdem verlangt das Hotel beim Check-in eine Kaution. Das ist in vielen Unterkünften üblich. So sichert sich das Hotel ab, falls während des Aufenthalts noch Kosten dazukommen – etwa für die Minibar, den Zimmerservice oder Schäden im Zimmer.
Meist wird das Geld nicht direkt abgebucht, sondern nur auf der Karte reserviert. Das nennt sich Vorautorisierung (Pre-Authorization). Der Betrag bleibt auf Ihrem Konto, Sie können ihn aber vorerst nicht nutzen. Nach dem Check-out hebt das Hotel die Reservation normalerweise wieder auf. Bis das Geld tatsächlich verfügbar ist, können noch einige Tage vergehen.
Nehmen wir an, Sie haben CHF 800 auf Ihrer Prepaid-Karte. Beim Check-in reserviert das Hotel CHF 200 als Kaution. Für Essen, Ausflüge und andere Ausgaben bleiben Ihnen damit vorerst nur CHF 600. Bei einer Kreditkarte wird stattdessen der freie Kreditrahmen kleiner.
Bei einem längeren Aufenthalt fällt das vielleicht kaum ins Gewicht. Anders sieht es aus, wenn Sie mehrere Hotels gebucht haben oder zusätzlich einen Mietwagen übernehmen. Dann können schnell mehrere Hundert Franken gleichzeitig blockiert sein.
Das hilft:
Fragen Sie vor der Anreise nach, wie hoch die Kaution ausfällt und welche Karten das Hotel akzeptiert.
Planen Sie bei Prepaid- und Debitkarten etwas zusätzliches Guthaben ein.
Erkundigen Sie sich beim Check-out, wann die Kaution wieder freigegeben wird.
Auch Autovermietungen verlangen meistens eine Kaution, selbst wenn der Mietpreis schon bezahlt ist. Damit sichern sie sich gegen mögliche Zusatzkosten ab, etwa durch Schäden am Fahrzeug, fehlenden Treibstoff, eine verspätete Rückgabe oder offene Mautgebühren. Läuft bei der Rückgabe alles wie vereinbart, geben sie den Betrag wieder frei.
Entscheidend ist, welche Karte Sie dabeihaben. Viele Vermietungen akzeptieren nur eine klassische Kreditkarte mit genügend freiem Rahmen. Sie muss in der Regel auf den Namen der Hauptfahrerin oder des Hauptfahrers lauten. Ohne Kreditkarte wird es schwieriger, aber nicht unmöglich. Manche Anbieter nehmen Debitkarten an, oft mit Auflagen: Je nach Vermieter, Land und Fahrzeugklasse gelten Einschränkungen bei der Fahrzeugwahl. Prepaid-Karten werden dagegen häufig abgelehnt.
Je nach Vermieter gibt es noch andere Möglichkeiten. Bei einigen lässt sich die Kaution durch eine Zusatzversicherung reduzieren, manchmal entfällt sie ganz. Das gilt allerdings nicht für jede Versicherung. Eine separat abgeschlossene Selbstbehaltversicherung erstattet im Schadensfall unter Umständen die Kosten, an der Kaution ändert sie meist nichts. Auch eine Barkaution ist bei einzelnen Vermietern möglich, bei den grossen Anbietern aber meist ausgeschlossen, wie die folgenden Beispiele zeigen.
Beispiele: SIXT, Europcar und Hertz in der Schweiz
Gut zu wissen: Bei einer Kreditkarte wird die Kaution normalerweise nur reserviert. Bei Debitkarten kann der Betrag dagegen direkt abgebucht und nach der Fahrzeugrückgabe zurückerstattet werden. SIXT Schweiz nennt dieses Verfahren beispielsweise für Maestro- und V-PAY-Karten.
Stand: Oktober 2026. Die Bedingungen können je nach Anbieter, Mietland und Fahrzeugklasse unterschiedlich ausfallen. Entscheidend sind immer die Regeln am Ort der Fahrzeugübernahme.
Unser Tipp: Lesen Sie die Kautionsbedingungen, bevor Sie buchen. Wer keine Kreditkarte hat, sucht gezielt nach Vermietungen, die Debitkarten akzeptieren. Und Zusagen zu Alternativen wie einer Barkaution lassen Sie sich am besten schriftlich bestätigen.
Sie haben das Hotel verlassen oder das Auto zurückgebracht, die Kaution ist aber immer noch blockiert? Meist ist das harmlos. Zuerst muss der Anbieter die Reservation aufheben, oder sie läuft nach einer gewissen Zeit von selbst aus. Danach verarbeitet der Kartenherausgeber die Freigabe, und das dauert noch einmal.
Manchmal ist das Geld nach wenigen Tagen wieder da, manchmal dauert es zwei Wochen oder länger. Laut Swiss Bankers kann eine Reservation sogar bis zu 30 Tage bestehen bleiben.
Wenn das Geld weiterhin blockiert bleibt:
Wichtig: Die Freigabedauer und die Frist für Beanstandungen sind zwei verschiedene Dinge. Bei Swiss Bankers müssen Unstimmigkeiten unverzüglich gemeldet werden. Je nach Bestimmung gelten Fristen von spätestens 30 Tagen nach Transaktionsdatum beziehungsweise nach Zustellung der entsprechenden Information. Wer eine unberechtigte Belastung entdeckt, sollte deshalb sofort handeln.
Wer die Zahlungsbedingungen vor der Reise prüft und seine Kartenumsätze im Blick behält, kann viele Schwierigkeiten vermeiden. Diese sechs Tipps helfen dabei:
Noch ein Tipp: Machen Sie einen Screenshot der Buchungs- und Kautionsbedingungen. Wenn vor Ort plötzlich etwas anderes verlangt wird, haben Sie die vereinbarten Konditionen sofort griffbereit.
Kautionen gehören bei Hotels und Autovermietungen einfach dazu. Ärgerlich wird es erst, wenn sie unerwartet hoch ausfallen, das Geld zu lange fehlt oder die Karte nicht akzeptiert wird. Ein paar Minuten Vorbereitung vor der Reise reichen meist aus. Planen Sie etwas Reserve ein und nehmen Sie eine zweite Karte mit. Und werfen Sie nach der Rückkehr noch einen Blick in die Banking-App, denn so merken Sie früh, wenn etwas nicht stimmt.