Die Bretagne ist eine Region für alle, die das Meer lieben, aber mehr suchen als klassische Strandferien. Entlang der Küste wechseln sich raue Klippen, feine Sandstrände, Leuchttürme, kleine Hafenorte und historische Städte ab. Dazwischen liegen geheimnisvolle Menhire, mittelalterliche Gassen, ursprüngliche Dörfer und Landschaften, die je nach Licht fast wie gemalt wirken. Eine Rundreise durch die Bretagne zeigt, wie vielseitig der Nordwesten Frankreichs ist – wild, charmant, geschichtsträchtig und überraschend abwechslungsreich.
Inhalt:
Foto: Bretagne von oben: Blick auf den Solidor-Turm und die mittelalterliche Altstadt von Saint-Malo.
Die Bretagne lässt sich am besten im Rahmen einer Rundreise entdecken. Viele der schönsten Orte liegen entlang der Küste oder etwas abseits der grossen Städte, weshalb ein Auto besonders praktisch ist. So bleiben Sie flexibel und können auch kleinere Dörfer, abgelegene Strände, Leuchttürme und Aussichtspunkte gut erreichen.
Ab der Schweiz ist die Anreise mit dem Zug über Paris möglich, zum Beispiel nach Rennes, Saint-Malo oder Brest. Wer mit dem Auto reist, sollte genügend Zeit einplanen, denn die Bretagne liegt weit im Westen Frankreichs. Dafür lässt sich die Fahrt gut mit einem Zwischenstopp in der Normandie, im Loiretal oder in Paris verbinden.
Die Rundreise beginnt mit drei Orten, die den Charme der Bretagne besonders schön zeigen. Saint-Malo beeindruckt mit seiner befestigten Altstadt direkt am Meer. Bei einem Spaziergang über die Stadtmauern blickt man auf Strände, Hafen und vorgelagerte Inseln – ein stimmungsvoller Auftakt an der bretonischen Küste.
In Cancale steht der Genuss im Mittelpunkt: Die Austern wachsen direkt in der Bucht und werden am Hafen ganz unkompliziert probiert – frisch geöffnet, mit etwas Zitrone und Blick aufs Meer. Danach lohnt sich ein Abstecher zur Pointe du Grouin, wo sich die Küste von ihrer raueren Seite zeigt. Mit Dinan folgt ein Ausflug ins Mittelalter. Fachwerkhäuser, Kopfsteinpflaster und verwinkelte Gassen verleihen der Stadt ein fast märchenhaftes Flair – als wäre man in eine Szene aus „Die Schöne und das Biest“ geraten.
Unsere Restaurantempfehlung: Betton Fils – eine schöne Adresse für alle, die Saint-Malo auch kulinarisch erleben möchten. Wer etwas Besonderes sucht, kann einen Abstecher nach Dinard einplanen: Das Restaurant Pourquoi Pas im Castelbrac bietet gehobene Küche mit Blick auf die Bucht von Saint-Malo. Auch Dinan lohnt sich kulinarisch – der grosse Markt auf der Place Duguesclin und der Place du Champ Clos wurde 2024 als schönster Markt der Bretagne ausgezeichnet.
Weiter entlang der Nordküste zeigt sich die Bretagne von ihrer besonders eindrucksvollen Seite. Bei Le Gouffre de Plougrescant treffen mächtige Granitfelsen, kleine Buchten und tosende Wellen aufeinander. Besonders bekannt ist Castel Meur, das kleine Haus zwischen zwei riesigen Felsen – eines der ungewöhnlichsten Fotomotive der Region.
Noch farbintensiver wird die Landschaft an der Rosa Granitküste. Zwischen Perros-Guirec, Ploumanac’h und Trégastel liegen rosafarbene Felsen direkt am Meer, die je nach Licht zartrosa, orange oder fast kupferfarben wirken. Besonders schön ist der Küstenweg bei Ploumanac’h, wo Meerblick, Leuchtturm und Felsenlandschaft perfekt zusammenkommen.
Nach der Rosa Granitküste führt die Rundreise weiter Richtung Westen. Mit Roscoff wartet zunächst eine charmante Hafenstadt mit historischen Granithäusern, maritimem Flair und entspannter Atmosphäre. Beim Spaziergang durch die Altstadt entdeckt man kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants, während der Hafen den Ort lebendig, aber nie hektisch wirken lässt. Wer etwas mehr Zeit hat, kann von Roscoff aus einen Ausflug zur Île de Batz unternehmen – eine kleine Insel mit Stränden, Gärten und ruhigen Wegen.
Weiter entlang der Nordküste wird die Landschaft rauer und ursprünglicher. Besonders schön ist Meneham, ein historisches Küstendorf bei Kerlouan. Zwischen riesigen Granitfelsen, Dünen und Meer erzählen reetgedeckte Häuser und alte Steinmauern von der Geschichte der Fischer, Zöllner und Algensammler. Heute ist Meneham einer dieser Orte, an denen man die ursprüngliche Bretagne besonders intensiv spürt.
Unsere Empfehlungen: Für bretonische Crêpes und Galettes lohnt sich die Crêperie Ti Saozon. Wer lieber direkt am Meer essen möchte, findet im Le Surcouf eine schöne Adresse mit maritimem Flair. Schön ist auch der Markt von Roscoff, der am Mittwochmorgen am Quai d’Auxerre gegenüber dem Leuchtturm stattfindet – ideal, um regionale Produkte und Hafenatmosphäre zu verbinden.
Foto: Phare de Pontusval zwischen Sandstrand, türkisfarbenem Wasser und Granitfelsen.
Von Meneham führt die Rundreise weiter nach Plounéour-Brignogan-Plages, wo helle Strände, türkisfarbenes Wasser und die typischen Granitfelsen der Bretagne aufeinandertreffen. Besonders schön ist der Phare de Pontusval, ein kleiner Leuchtturm direkt an der Küste, der perfekt in diese maritime Landschaft passt.
Der Stopp lässt sich gut mit weiteren Leuchttürmen entlang der Route des Phares verbinden. In diesem Teil des Finistère zeigt sich die Bretagne besonders stimmungsvoll: mit Wind, weitem Horizont, Felsküsten und immer wieder neuen Blicken auf den Atlantik.
Foto: Die Tour Vauban in Camaret-sur-Mer: historischer Turm am Hafen mit Blick auf die wilde Küste der Bretagne.
Nach den Leuchttürmen und Küstenorten im Norden führt die Rundreise weiter Richtung Westen – dorthin, wo sich die Bretagne besonders wild und eindrucksvoll zeigt. Die Crozon-Halbinsel gehört zu den spektakulärsten Landschaften der Region: steile Klippen, versteckte Buchten, türkisfarbenes Wasser und weite Ausblicke über den Atlantik prägen diesen Abschnitt. Besonders sehenswert sind Camaret-sur-Mer mit seinem kleinen Hafen und der historischen Tour Vauban sowie die nahe gelegene Pointe de Pen-Hir. Dort ragen die Felsen dramatisch ins Meer, während die bekannten Felsnadeln Tas de Pois vor der Küste liegen. Auch Morgat mit seinem Strand und die Küstenwege rund um das Cap de la Chèvre lohnen sich für einen längeren Stopp.
Die Crozon-Halbinsel ist ideal für alle, die auf ihrer Bretagne-Rundreise Natur, Meer und eindrucksvolle Landschaften erleben möchten – am besten mit etwas Zeit für Spaziergänge, Fotostopps und Pausen mit Blick auf den Atlantik.
Nach der wilden Landschaft der Crozon-Halbinsel führt die Rundreise weiter zu Orten, die eine andere Seite der Bretagne zeigen: historisch, kulturell und charmant. Besonders sehenswert ist Locronan, eines der schönsten Dörfer der Region. Mit seinen Granithäusern, Kopfsteinpflastergassen und der fast vollständig erhaltenen historischen Atmosphäre wirkt der Ort wie eine Filmkulisse.
Weiter südlich liegt Quimper, eine der wichtigsten Kulturstädte der Bretagne. Die Altstadt mit Fachwerkhäusern, kleinen Plätzen und der Kathedrale Saint-Corentin lädt zum Bummeln ein. Auch bretonische Traditionen, Kunsthandwerk und Keramik spielen hier eine wichtige Rolle.
Als maritimer Kontrast lohnt sich ein Stopp in Douarnenez. Die Hafenstadt liegt an einer weiten Bucht und ist eng mit der Fischerei verbunden. Zwischen Hafen, Promenade und Meerblick zeigt sich die Bretagne hier wieder von ihrer entspannten, küstennahen Seite.
Weiter im Süden der Bretagne verbindet die Rundreise maritimes Flair mit Kunstgeschichte. Concarneau ist vor allem für seine Ville Close bekannt – eine befestigte Altstadt auf einer kleinen Insel im Hafen. Zwischen Stadtmauern, Gassen, Restaurants und kleinen Geschäften lässt sich der Ort wunderbar zu Fuss entdecken. Nicht weit entfernt liegt Pont-Aven, ein charmantes Künstlerdorf am Fluss Aven, das durch Maler wie Paul Gauguin bekannt wurde. Galerien, alte Mühlen und Spazierwege am Wasser machen den Ort zu einem stimmungsvollen Stopp auf der Bretagne-Rundreise.
Kulinarischer Tipp: In Concarneau lohnt sich eine Pause mit frischem Fisch oder Meeresfrüchten, am besten mit Blick auf den Hafen. In Pont-Aven passt Le Jardin des Simples sehr schön zur Stimmung des Ortes: Das Restaurant setzt auf saisonale Küche mit lokalen Produkten und bietet bei schönem Wetter eine kleine Terrasse am Wasser. Bekannt ist Pont-Aven ausserdem für seine bretonischen Butterkekse und Galettes – ein schönes Mitbringsel für zu Hause.
Zum Abschluss führt die Rundreise in den Süden der Bretagne. In Carnac wartet eines der bekanntesten Kulturhighlights der Region: Tausende prähistorische Menhire stehen hier in langen Reihen und verleihen der Landschaft eine geheimnisvolle Atmosphäre. Nicht weit entfernt zeigt die Halbinsel Quiberon wieder die wilde Seite der Bretagne. Besonders eindrucksvoll ist die Côte Sauvage mit ihren Felsen, Wellen und weiten Blicken auf den Atlantik. Wer es ruhiger mag, findet auf der anderen Seite der Halbinsel schöne Strände und geschützte Buchten.
Ein sanfter Abschluss der Reise ist der Golf von Morbihan mit seinen Inseln, Segelbooten und kleinen Hafenorten. Besonders schön ist auch Vannes, dessen historische Altstadt mit Fachwerkhäusern, Stadtmauern und Hafenflair noch einmal eine ganz andere Seite der Bretagne zeigt.
Kulinarischer Tipp: In Carnac lohnt sich ein Besuch in La Poêle à Crêpes – eine schöne Adresse für klassische bretonische Galettes und süsse Crêpes nach dem Besuch der Menhire.
Video: Teaser 2026 - Festival Interceltique de Lorient 2026.
Wer seine Bretagne-Rundreise mit einem besonderen Anlass verbinden möchte, findet 2026 mehrere spannende Veranstaltungen. Die Fête de la Bretagne findet vom 14. bis 24. Mai 2026 statt und feiert die bretonische Kultur mit Konzerten, Fest-Noz, Märkten und Veranstaltungen in verschiedenen Orten. Ebenfalls im Mai lohnt sich Étonnants Voyageurs in Saint-Malo: Das internationale Literatur- und Reisefestival findet vom 23. bis 25. Mai 2026 statt. Im Sommer folgen Les Vieilles Charrues in Carhaix-Plouguer vom 16. bis 19. Juli 2026 sowie das Festival Interceltique de Lorient vom 31. Juli bis 9. August 2026.
Eine Rundreise durch die Bretagne zeigt, wie vielseitig der Nordwesten Frankreichs ist: historische Städte, kleine Hafenorte, wilde Felsküsten, Leuchttürme und ruhige Buchten liegen oft nur wenige Etappen voneinander entfernt.
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