Schon ein kurzer Blick genügt, um zu erkennen: Santorini ist anders als viele andere griechische Inseln. Weisse Häuser, blaue Kirchenkuppeln, dunkle Vulkanklippen und der Blick über die Caldera machen die Insel einzigartig. Gerade weil Santorini so berühmt ist, kann es jedoch sehr voll werden. In diesem Beitrag finden Sie die schönsten Orte, Strände und Reisetipps – mit Ideen, wie Sie Santorini entspannter und möglichst abseits der grössten Touristenmassen erleben können.
Foto: Fensterblick auf Oia über der blauen Ägäis.
Santorini ist wunderschön, aber längst kein Geheimtipp mehr. Besonders im Juli und August kann es in Orten wie Oia und Fira sehr voll werden. Ruhiger und entspannter erleben Sie die Insel im Mai, Anfang Juni sowie von Ende September bis in den Oktober hinein. Dann ist es meist angenehm warm, vieles ist geöffnet und die schönsten Orte lassen sich gelassener entdecken. Ein weiterer Vorteil: Die Meltemi-Winde sind in der Nebensaison oft weniger stark als im Hochsommer.
Tipp: Kreuzfahrtschiffe im Blick behalten - Prüfen Sie vorab Kreuzfahrtkalender wie CruiseMapper oder den Santorini.net Cruise Ship Calendar. Dort sehen Sie, wann Kreuzfahrtschiffe vor Santorini geplant sind und können Besuche in Oia, Fira oder an der Caldera besser timen. Wenn mehrere Schiffe gleichzeitig vor Ort sind, wird es schnell voller. Planen Sie beliebte Orte deshalb möglichst an Tagen mit weniger Schiffen oder zu Tageszeiten, zu denen viele Gruppen noch nicht angekommen oder bereits wieder unterwegs sind.
Oia – ausgesprochen „I-a“ – ist der Ort, den viele sofort mit Santorini verbinden: weisse Häuser, blaue Kirchenkuppeln, verwinkelte Gassen und der berühmte Blick über die Caldera. Besonders zum Sonnenuntergang wird es hier jedoch sehr voll. Viele Besucher kommen nur für diesen einen Moment und fahren danach direkt weiter. Vor allem bei den Burgruinen von Oia, einem der besten Aussichtspunkte für den Sonnenuntergang, kann es am Abend sehr eng werden. Wir empfehlen deshalb, direkt in Oia zu übernachten. So erleben Sie den Ort nicht nur als Fotokulisse, sondern auch am ruhigen Morgen, im warmen Nachmittagslicht und am stimmungsvollen Abend.
Ein besonderes Erlebnis ist der Sonnenaufgang bei den Blue Domes. Ganz allein ist man dort zwar nicht immer – oft sind bereits Hochzeitspaare mit Fotografen unterwegs –, doch die Atmosphäre ist deutlich entspannter als zur Hauptbesuchszeit. Für Spaziergänge sollten Sie bequeme Schuhe einplanen: Oia besteht aus vielen Treppen, steilen Wegen und engen Gassen. Ein schöner Abstecher führt hinunter zur Amoudi Bay, dem einzigen direkten Zugang Oias zum Wasser. Am kleinen Hafen warten Restaurants direkt am Meer – ideal für ein Abendessen mit Blick auf Felsen, Wasser und Sonnenuntergang.
Video: Caldera-Wanderung von Fira nach Oia.
Neben Oia gehören Fira, Firostefani und Imerovigli zu den schönsten Orten an der Caldera. Die drei Orte liegen entlang der Klippen und lassen sich wunderbar zu Fuss verbinden. Unterwegs öffnen sich immer wieder neue Ausblicke auf das Meer, die Vulkaninseln und die weissen Häuser über der Ägäis.
Fira ist die lebendigste Station mit Restaurants, Bars, Geschäften und guten Verbindungen in andere Teile der Insel. Von hier führt der Caldera-Weg über Firostefani und Imerovigli weiter bis nach Oia. Die gesamte Strecke ist rund 10 Kilometer lang und zählt zu den schönsten Wanderungen auf Santorini. Wer nur den Abschnitt bis Imerovigli geht, erlebt bereits viele spektakuläre Ausblicke. Für einen Sonnenuntergang abseits von Oia lohnt sich ausserdem der Akrotiri Lighthouse im Südwesten der Insel. Firostefani ist ruhiger und bekannt für den Blick auf die Kirche Agios Theodoros mit ihrer blauen Kuppel. Imerovigli, oft als „Balkon der Ägäis“ bezeichnet, bietet besonders schöne Panoramen und lohnt sich für einen Spaziergang zum Skaros-Felsen.
Ein praktischer Tipp für Fira: Nutzen Sie für den Weg vom alten Hafen hinauf in den Ort die Seilbahn statt der Esel. Das ist bequem, schnell und die tierfreundlichere Wahl.
Video: Thirassia: Santorinis stille Nachbarinsel.
Wer die Insel etwas ruhiger erleben möchte, findet auch abseits der klassischen Route spannende Orte mit Geschichte, Weitblick und deutlich weniger Trubel.
Ein lohnender Ausflug führt zum antiken Thera auf dem Mesa Vouno, dem Felsgrat zwischen Kamari und Perissa. Die Überreste der griechisch-römischen Stadt liegen spektakulär hoch über dem Meer und verbinden archäologische Eindrücke mit einem grossartigen Blick über die Küste. Wer sich für die frühe Geschichte Santorinis interessiert, sollte das Prähistorische Museum von Thera in Fira besuchen. Dort sind originale Fundstücke und Wandmalereien aus Akrotiri zu sehen – eine gute Ergänzung zur Ausgrabungsstätte im Süden der Insel. Für einen weiten Panoramablick lohnt sich der Profitis Ilias, der höchste Punkt Santorinis. Von hier aus reicht der Blick über die Dörfer, die Caldera und das offene Meer. Besonders schön ist es am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn die Insel ruhiger wirkt. Noch weiter weg vom Trubel führt ein Ausflug nach Thirassia. Die kleine Nachbarinsel ist per Boot erreichbar und zeigt eine deutlich langsamere, ursprünglichere Seite der Kykladen.
Santorini ist nicht die typische griechische Insel mit langen, hellen Sandstränden. Gerade das macht die Strände hier so besonders: Sie sind vulkanisch geprägt, rauer und landschaftlich eindrucksvoll.
Perissa gehört zu den bekanntesten Stränden der Insel. Der lange Strand mit schwarzem Lavasand liegt im Südosten Santorinis und eignet sich gut für einen entspannten Badetag. Entlang der Promenade finden Sie viele Tavernen, Cafés und Beachbars. Vlychada wirkt fast wie eine Mondlandschaft. Die hellen, vom Wind geformten Felswände im Hintergrund geben dem Strand eine ganz besondere Atmosphäre. Wer einen ruhigeren und landschaftlich spannenden Strand sucht, ist hier genau richtig. Der Red Beach bei Akrotiri ist einer der berühmtesten Strände Santorinis. Die roten Lavafelsen bilden einen starken Kontrast zum blauen Meer und machen den Strand zu einem der eindrucksvollsten Fotomotive der Insel.
Foto: Wein und kleine Köstlichkeiten mit Blick auf die Ägäis bei Santo Wines auf Santorini.
Santorini zählt zu den ältesten Weinregionen der Welt. Das trockene Klima, die starken Winde und die vulkanischen Böden prägen die Weine der Insel und geben ihnen ihren besonderen Charakter.
Typisch für Santorini ist Assyrtiko, ein frischer, mineralischer Weisswein. Ebenfalls probieren sollten Sie Nykteri, einen kräftigeren Weisswein, und Vinsanto – den süssen Dessertwein aus getrockneten Trauben, der seit Jahrhunderten auf der Insel hergestellt wird. Wenn Sie über die Insel fahren, sehen Sie oft niedrige Büsche entlang der Strassen: Viele davon sind Weinreben, die nah am Boden wachsen, um vor Wind und Sonne geschützt zu sein.
Für eine Weinprobe lohnt sich Santo Wines mit seiner grossen Terrasse und Blick über die Caldera. Weitere gute Adressen sind Estate Argyros, Boutari Winery und Anhydrous Winery. Wer mehr über die Geschichte des Weinbaus erfahren möchte, kann ausserdem das unterirdische Wine Museum Koutsoyannopoulos besuchen.
Foto: Griechische Taverne mit Blick aufs Wasser.
Wer auf Santorini gut essen möchte, sollte nicht nur nach Restaurants mit Caldera-Blick suchen. Oft schmeckt die Insel dort am besten, wo es etwas einfacher, lokaler und entspannter zugeht – in kleinen Dörfern, am Fischerhafen oder ein paar Schritte abseits der Hauptgassen. Unser Tipp: Meiden Sie Restaurants mit laminierten Speisekarten und grossen Fotos der Gerichte. Suchen Sie lieber nach Tavernen, in denen auf Griechisch bestellt, diskutiert und gelacht wird – das ist oft die beste Qualitätsgarantie.
Für traditionelle Küche lohnt sich Metaxi Mas in Exo Gonia, eine der bekanntesten Tavernen der Insel. In Fira ist Parea Tavern eine gute Wahl, wenn Sie zentral, aber nicht direkt in einem teuren Caldera-Restaurant essen möchten. Sehr schön ist auch Pyrgos: Penelope’s Ouzeri eignet sich für Meze, Tomatokeftedes und ein Glas Assyrtiko, während Kantouni etwas rustikaler und geselliger wirkt. Für frischen Fisch und Meeresfrüchte lohnt sich der Weg nach Vlychada – besonders zu To Psaraki am kleinen Hafen. Nach einem Badetag am schwarzen Strand von Kamari ist Captain’s Corner Taverna eine schöne Adresse für klassische griechische Gerichte wie Lamb Kleftiko, gegrillten Fisch oder Meze.
Wer Santorini ruhiger und authentischer erleben möchte, muss nicht direkt in Oia oder Fira übernachten. Gerade im Inselinneren und im Süden finden Sie Orte, die entspannter wirken, mehr Raum zum Durchatmen lassen und trotzdem gut gelegen sind, um die Insel zu erkunden.
Pyrgos ist ideal für alle, die Santorini von seiner traditionellen Seite kennenlernen möchten. Das Dorf liegt auf einem Hügel, bietet schöne Ausblicke über die Insel und überrascht mit verwinkelten Gassen, kleinen Kirchen und viel Atmosphäre. Eine stilvolle Unterkunftsempfehlung ist Ark in Pyrgos. Megalochori ist eine besonders charmante Wahl für ruhige Ferientage. Der Ort wirkt dörflich, gepflegt und angenehm unaufgeregt – mit traditionellen Häusern, kleinen Plätzen und Tavernen. Hier empfehlen wir Athermi Suites – Adults Only. Akrotiri im Süden eignet sich besonders gut, wenn Sie die ruhigere und landschaftlich rauere Seite Santorinis entdecken möchten. Der Red Beach, der Akrotiri-Leuchtturm und schöne Aussichtspunkte sind von hier schnell erreichbar. Eine passende Empfehlung ist La Ponta Villas & Suites in Akrotiri. Auch Emporio lohnt sich als Alternative abseits der klassischen Caldera-Orte. Das Dorf zeigt eine ursprünglichere Seite der Insel und ist ideal, wenn Sie Santorini lokaler, ruhiger und weniger inszeniert erleben möchten.
Santorini ist spektakulär – aber am schönsten, wenn man sich Zeit nimmt und die Insel bewusst erlebt. Wer ausserhalb der Hochsaison reist, beliebte Orte klug plant und auch ruhigere Ecken entdeckt, erlebt Santorini nicht nur als Fotomotiv, sondern als besondere Insel voller Atmosphäre.