Mykonos anders erleben: Sehenswürdigkeiten & Tipps

Mykonos sollte man einmal gesehen haben – die Klischees vom türkisblauen Wasser und den weissen Häusern stimmen tatsächlich und wirken fast so, als wären sie genau für diese Insel erfunden worden. Doch die Insel ist mehr als ihr Party-Image: Mythen, Geschichte und ruhige Ecken warten darauf, entdeckt zu werden. Wir zeigen Ihnen Mykonos anders: mit Tipps für Chora, stille Strände, Ausflüge, Kulinarik und Praktisches.

Foto: Chora – das malerische Herz von Mykonos

Foto: Agia Kyriaki Church – stiller Blickfang in den Gassen von Chora.

Foto: Chora – verwinkelte weisse Gassen rund um Petros, den beliebten Pelikan von Mykonos.

Foto: Little Venice – romantische Häuser direkt am Wasser.

Foto: Die berühmten Windmühlen von Mykonos.

Chora, Little Venice und die Windmühlen: Mykonos wie aus dem Bilderbuch

Chora ist der Ort, an dem Mykonos seine ganze Postkarten-Schönheit zeigt: weiss gekalkte Häuser, verwinkelte Gassen, blaue Türen, kleine Kirchen und immer wieder dieser Blick aufs Meer. Der Legende nach gibt es auf Mykonos 365 Kirchen – eine für jeden Tag des Jahres. Ob genau gezählt oder nicht: Sie gehören genauso zum Inselbild wie die Windmühlen, die kubischen Häuser und das Blau der Ägäis. Besonders am Morgen entfaltet die Stadt ihren Zauber – wenn die Gassen noch ruhig sind, das Licht weich ist und Mykonos fast ein wenig verschlafen wirkt.

Von Chora sind es nur wenige Schritte nach Little Venice, wo die Häuser direkt am Wasser stehen und bunte Balkone über die Ägäis ragen. Gleich darüber thronen die berühmten Windmühlen von Mykonos, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Insel. Zum Sonnenuntergang ist die Kulisse besonders schön – aber auch sehr beliebt. Wer es ruhiger mag, kommt früher am Tag oder bleibt nach Sonnenuntergang noch etwas länger, wenn der grosse Trubel langsam weiterzieht.

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Der Norden und das Inselinnere: Mykonos abseits des Trubels

Wer Mykonos abseits der Beachclubs und vollen Gassen erleben möchte, sollte sich Zeit für den Norden und das Inselinnere nehmen. Hier wirkt die Insel rauer, ruhiger und ursprünglicher: schmale Strassen, trockene Hügel, viel Wind und immer wieder freie Blicke über die Ägäis.

Ein schöner Kontrast zu Chora ist Ano Mera, ein ruhiger Ort im Inselinneren. Rund um den Dorfplatz findet man Tavernen, mehr Alltag und weniger Inszenierung. Besonders sehenswert ist das Kloster Panagia Tourliani, das zu den bekanntesten historischen Orten der Insel zählt. Auch der Norden zeigt eine andere Seite von Mykonos – karger, weiter und deutlich weniger glamourös. Besonders schön ist ein Abstecher zum Armenistis-Leuchtturm im Nordwesten. Dort stehen Sie zwischen Felsen, Wind und Meer und erleben Mykonos als raues Stück Kykladenlandschaft.

Top-Tipp: Planen Sie diese Seite der Insel am besten mit Mietwagen ein. Die Strassen sind teilweise schmal, aber die Ausblicke lohnen sich – besonders am späten Nachmittag, wenn das Licht weicher wird.

Foto: Agios Sostis – naturbelassene Bucht mit weitem Blick über die Ägäis.

Strände auf Mykonos: weniger „welcher ist der schönste?“ – mehr „welcher passt zu mir?“

Die Frage nach dem schönsten Strand auf Mykonos führt schnell in die Irre. Denn die Strände sind sehr unterschiedlich – und genau das macht sie spannend.

Ornos ist praktisch, gut erreichbar und ideal, wenn man Komfort sucht. Psarou ist mondän, bekannt und eher die glamouröse Seite der Insel. Paraga und Paradise sind lebendig und passen zu allen, die Musik, Beachclubs und Atmosphäre mögen. Kalafatis ist interessant für Wassersport, während Agios Sostis natürlicher und ruhiger wirkt. Ftelia ist besonders schön für alle, die Wind, Weite und eine etwas wildere Landschaft mögen. Wer es noch entspannter sucht, sollte auch Fokos, Kapari oder Loulos einplanen. Diese Strände sind weniger inszeniert und ideal, wenn man Mykonos abseits der Beachclubs erleben möchte.

Wichtig ist vor allem der Wind: An manchen Tagen kann er auf Mykonos sehr stark sein. Dann lohnt es sich, spontan zu entscheiden und einen geschützteren Strand zu wählen. Prüfen Sie vor dem Strandbesuch die Windrichtung auf Windfinder. Bei starkem Nordwind sind oft die südlichen Strände angenehmer, während nördliche Buchten rauer und windiger sein können.

Die bessere Frage lautet also nicht: Welcher Strand ist der beste? Sondern: Welche Art von Mykonos möchten Sie heute erleben?

 

Video: Delos – die mythische Geburtsstätte Apollons.

Delos: ein Ausflug in die Welt der Mythen

Nur eine kurze Bootsfahrt von Mykonos entfernt liegt Delos – eine kleine Insel mit grosser Geschichte. In der Antike galt sie als heiliger Ort und als Geburtsinsel von Apollo und Artemis. Heute zählt Delos zu den bedeutendsten archäologischen Stätten Griechenlands und gehört zum UNESCO-Welterbe.

Zwischen Tempelresten, alten Säulen, Mosaiken und steinernen Wegen bekommt man ein Gefühl dafür, wie viel Geschichte von diesem kleinen Stück Land ausgeht. Der Ausflug ist perfekt für alle, die Mykonos nicht nur als Strand- und Lifestyle-Insel erleben möchten. Starten Sie möglichst früh, nehmen Sie Wasser, Sonnenschutz und bequeme Schuhe mit. 

Unser Tipp: Buchen Sie einen lokalen Guide oder schliessen Sie sich direkt vor Ort einer Führung an – die Guides warten meist bei den ankommenden Booten. So wird Delos deutlich spannender, denn viele Details, Geschichten und Zusammenhänge erschliessen sich erst mit fachkundiger Erklärung.

Foto: Baboulas Ouzeri – unkompliziert, charmant und "The least gourmet restaurant on the island".

Essen auf Mykonos: wo es nicht nur schön aussieht, sondern auch schmeckt

Auf Mykonos findet man alles: teure Restaurants, Beachclub-Küche, elegante Bars und Tavernen mit einfachen Gerichten. Wer gut essen möchte, sollte nicht nur den Orten mit der schönsten Aussicht folgen.

Besonders angenehm sind Tavernen in Ano Mera oder etwas ausserhalb der ganz bekannten Gassen. Typisch sind Gerichte wie Kopanisti, ein würziger Käse aus den Kykladen, Louza, ein traditionell luftgetrockneter Schweinerücken, frischer Fisch, gegrilltes Gemüse, Fava, Salate und hausgemachte Pites. Ein guter Hinweis: Dort essen, wo nicht jede Speisekarte in fünf Sprachen nach Touristen ruft. Mykonos ist zwar teuer, aber gutes Essen muss nicht immer mit der prominentesten Lage verbunden sein.

Unsere Empfehlungen:
Für ein besonderes Mittagessen lohnt sich Kiki’s Tavern bei Agios Sostis. Das Restaurant ist nur bei Tageslicht geöffnet, da es keinen Strom gibt – genau das macht seinen einfachen, authentischen Charme aus. Ebenfalls schön für Lunch sind Kastro’s Mykonos mit besonderer Lage in Chora, Tsaf Seafood für Fisch und Meeresfrüchte, Limnios für griechische Küche mit Aussicht und Kavos für entspannte Inselatmosphäre und Baboulas Ouzeri für unkomplizierte griechische Küche in gemütlicher Atmosphäre.

Für den Start in den Tag empfehlen wir Lalala – ideal für Frühstück oder Brunch. Wer den Abend stilvoll ausklingen lassen möchte, kann den Sonnenuntergang in der 180 Sunset Bar geniessen oder später bei Negrita in Little Venice einen Drink am Wasser nehmen.

Video: Kalesma Mykonos

Übernachten auf Mykonos: schöne Hotels, weite Blicke und clevere Spartipps

Mykonos ist teuer – auch bei den Hotels. Die Preise können in der Hochsaison schnell mit Städten wie London, Paris oder New York mithalten.  Wer sparen möchte, sollte nicht nur Buchungsplattformen vergleichen, sondern auch direkt beim Hotel anfragen. Oft gibt es bessere Konditionen bei Direktbuchung oder Barzahlung. Auch ein kostenloser Flughafentransfer kann 20 bis 30 Euro sparen. Ein inbegriffenes Frühstück ist auf Mykonos ebenfalls ein echter Vorteil – bei den Preisen entspricht das schnell 10 bis 15 Euro pro Person und Tag.

Unsere Unterkunftsempfehlungen:

Wer es stilvoll, ruhig und entspannt mag, sollte sich das Nomad Mykonos ansehen – ein Rückzugsort mit laidback barefoot living, viel Privatsphäre und einer sehr natürlichen, eleganten Atmosphäre. Ebenfalls besonders ist das Kalesma Mykonos: Cycladic Beauty im Mykonian Spirit, mit viel Design, Weite und einem luxuriösen Inselgefühl. Eine weitere schöne Empfehlung ist The Wild Hotel – ideal für alle, die Mykonos etwas zurückgezogener erleben möchten, mit entspannter Atmosphäre, ägäischem Stil und viel Ruhe abseits des grössten Trubels. Als etwas budgetfreundlichere Alternative lohnt sich ein Blick auf Croco Mykonos. Die Unterkunft ist eine gute Option für alle, die stilvoll übernachten möchten, aber nicht gleich in der obersten Preisklasse suchen.

Fazit: Mykonos ist besser, wenn man nicht nur das Offensichtliche sucht

Mykonos ist laut, schön, teuer, fotogen und manchmal überfüllt. Aber die Insel ist auch rau, historisch, traditionell und überraschend vielseitig. Wer nur die bekannten Spots besucht, bekommt eine sehr glänzende Version von Mykonos. Wer aber früh aufsteht, ins Inselinnere fährt, den Norden erkundet und Delos besucht, entdeckt eine andere Seite.

Vielleicht ist genau das der beste Tipp für Mykonos: nicht versuchen, alles zu sehen, was alle sehen. Sondern die Momente suchen, in denen die Insel nicht performt. Dann zeigt Mykonos, warum sie trotz allem mehr ist als ihr Ruf.