Dijon Städtetrip: Sehenswürdigkeiten, Kulinarik-Highlights und Reisetipps

Wenn man an Dijon denkt, schiesst einem oft sofort ein Gedanke in den Kopf: Senf. Doch wer die Hauptstadt Burgunds nur auf ihre scharfe Exportware reduziert, verpasst eine der charmantesten und genussvollsten Städte Frankreichs. Zwischen mittelalterlichem Fachwerk, eleganten Plätzen und dem Erbe der burgundischen Herzöge zeigt Dijon, wie leicht sich Kultur und Kulinarik verbinden lassen. In diesem Blogbeitrag stellen wir die schönsten Sehenswürdigkeiten, kulinarischen Highlights und praktische Tipps für Ihren Städtetrip nach Dijon vor.

Foto: Ein elegantes Gebäude gegenüber dem Herzogspalast von Burgund in Dijon.

Reisetipps für Ihren Städtetrip nach Dijon

  • Anreise (aus der Schweiz): Dijon eignet sich hervorragend für einen Kurztrip, weil Sie die Stadt bequem per Bahn erreichen. Mit TGV Lyria gibt es schnelle Verbindungen – als Richtwert gilt: ab Basel rund 1 h 30, ab Lausanne rund 2 h, ab Zürich rund 2 h 30 (je nach Verbindung). Der Vorteil: Sie kommen zentral an und können direkt losziehen.

  • Beste Reisezeit: Mai bis September für Strassencafés, Marktstimmung und lange Abende. November ist besonders spannend, wenn Sie Dijon als Genussstadt erleben möchten – dann dreht sich vieles um Kulinarik und Events.
  • Fortbewegung vor Ort: Die Altstadt ist wie gemacht für Spaziergänge. Für weitere Wege stehen ein modernes Tram- und Busnetz bereit. Praktisch: In der Innenstadt gibt es zudem einen kostenlosen Shuttle, der an Tram- und wichtige Buslinien angebunden ist (werktags/sa. tagsüber).
  • Parken (wenn Sie mit dem Auto anreisen): Wenn Sie nicht mitten in der Altstadt parken möchten, sind die Park+Ride (P+R)-Anlagen eine sehr gute Lösung: kostenlos parken (teils bis zu 5 Tage) und dann per Tram/Bus ins Zentrum. Zugänglichkeit typischerweise 05:00–01:00, der P+R Zénith ist 24 h verfügbar; bei der Ausfahrt ist ein gültiges ÖV-Ticket/Validierung relevant.
  • Spar-Tipp: Der Dijon City Pass (24/48/72 Stunden) lohnt sich, wenn Sie mehrere Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse bündeln möchten – je nach Variante mit Eintritten, Führungen und ausgewählten Degustationen.   https://en.destinationdijon.com/destination/dijon-city-pass/

  • Hotels: Für kurze Wege buchen Sie idealerweise in/nahe der Altstadt (rund um Palais des Ducs/Place de la Libération) – perfekt für Sightseeing und Abendessen ohne Umwege. Wer es praktischer für An- und Abreise mag, wählt die Gegend nahe Gare Dijon-VilleUnsere Hotelempfehlungen:

Foto: Grand Hôtel La Cloche Dijon

Foto: Grand Hôtel La Cloche Dijon

Foto: Chapeau Rouge par William Frachot

Foto: Chapeau Rouge par William Frachot

Foto: Mama Shelter Dijon

Foto: Mama Shelter Dijon

Herzogliches Dijon: Architektur und Geschichte rund um den Herzogspalast

Dijons grosse Bühne ist der Palais des Ducs et des États de Bourgogne – jahrhundertelang Machtzentrum der burgundischen Herzöge und bis heute das Herz der Stadt. Direkt davor liegt der Place de la Libération: weit, elegant und ideal, um Dijons „Grand-Style“-Atmosphäre sofort zu spüren. Von hier aus führen wenige Schritte in die Altstadt, wo Fachwerk, Innenhöfe und kleine Passagen den reizvollen Kontrast zur palastartigen Kulisse bilden.

Ein echtes Highlight ist der Tour Philippe le Bon: Der Turm gehört zum ehemaligen Herzogssitz und bietet – oben angekommen – einen der besten Rundblicke über die Dächer der Altstadt bis hinaus Richtung Burgund. Besonders schön ist das am späten Nachmittag, wenn das Licht die Fassaden wärmer macht und Dijon noch einmal eine Spur fotogener wirkt.

Foto:  Palais des Ducs et des États de Bourgogne

Dijon Sehenswürdigkeiten: Must-sees in der Altstadt

Nachdem Sie rund um den Herzogssitz in die grosse Geschichte Dijons eingetaucht sind, zeigt die Stadt im zweiten Schritt ihre leichtere, alltagsnahe Seite – charmant, genussvoll und voller kleiner Entdeckungen:

  • Parcours de la Chouette (Eulen-Rundgang): Wer Dijon effizient und gleichzeitig entspannt entdecken möchte, folgt dem kostenlosen Stadtrundgang mit der kleinen Eule. Der Parcours führt in 22 Etappen durch die Altstadt – Sie orientieren sich einfach an den bronzenen Pfeilen mit Eulen-Symbol, die in den Boden eingelassen sind, und kommen dabei an vielen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei.
  • Église Notre-Dame & „La Chouette“: Ein kurzer Abstecher, der sich doppelt lohnt: markante Architektur, schöne Fotoperspektiven – und gleich daneben die berühmte Eule, die in Dijon fast schon zum Ritual gehört.

  • Rue des Forges & die schönsten Altstadtgassen: Die elegante Flanierachse mit beeindruckenden Fassaden, Boutiquen und Innenhöfen – perfekt, um Dijon ohne Programm einfach zu geniessen.
  • Jardin Darcy: Der perfekte Gegenpol zum Altstadttrubel: eine kurze Pause im Grünen, bevor es wieder zurück in die Gassen geht.
  • Musée de la Vie Bourguignonne: Eine sympathische Ergänzung zur „grossen“ Geschichte: Alltagskultur, Traditionen und burgundisches Lebensgefühl – ideal, wenn Sie Dijon noch näher verstehen möchten.

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Kunst-Highlight ausserhalb der Altstadt: Chartreuse de Champmol & Puits de Moïse

Wer nach Palast, Plätzen und Altstadtgassen noch tiefer ins burgundische Erbe eintauchen möchte, sollte sich dieses Kunstkapitel nicht entgehen lassen: Die Chartreuse de Champmol war einst Kartäuserkloster und eng mit den burgundischen Herzögen verbunden. Heute ist sie vor allem wegen eines aussergewöhnlichen Werks berühmt: dem  Puits de Moïse (Mosesbrunnen). Das Skulpturenensemble gilt als Meisterwerk der burgundischen Spätgotik. Die Figuren wirken erstaunlich lebendig und detailreich – ein kurzer Besuch, der sich wie ein „Museumsmoment unter freiem Himmel“ anfühlt und Dijon noch einmal eine ganz andere Tiefe gibt.

Praktischer Hinweis: Der Ort liegt auf dem Areal des Centre Hospitalier La Chartreuse – prüfen Sie daher vorab die aktuelle Zugänglichkeit/Öffnungszeiten.

Video: Chartreuse de Champmol 

Kulinarik & Genuss: Dijon schmeckt nach Burgund

Wenn Sie Dijon kulinarisch „richtig“ beginnen möchten, führt kein Weg an Les Halles vorbei. Am Vormittag zeigen die Markthallen die Stadt in Bestform: Käse, Charcuterie, Pasteten, frisches Brot und kleine Delikatessen – genau diese Mischung macht sofort klar, wie ernst Dijon gutes Essen nimmt. Wer tiefer in die Genuss-DNA der Stadt eintauchen möchte, plant Zeit für die Cité Internationale de la Gastronomie et du Vin ein. Sie verbindet Kulinarik, Weinwissen und burgundischen Kontext – ideal, um zwischen Markt, Bistro und Abendessen noch einmal die „grosse“ Genussgeschichte dahinter zu verstehen.

Auf den Speisekarten darf es gern burgundisch-herzhaft werden: Bœuf Bourguignon, Schmorgerichte in Weinsauce und saisonale Bistro-Klassiker – am liebsten mit einer Auswahl regionaler Käse dazu. Zum Start in den Abend passt ein Kir (Weisswein mit Crème de Cassis), der in Dijon ganz selbstverständlich zum Aperitif gehört. Besonders stimmungsvoll wird es am Place Émile Zola: abends füllen sich die Terrassen, und die Stadt trifft sich zum Essen, Plaudern und Wein.

Apropos Wein: Von Dijon aus beginnt die legendäre Route des Grands Crus – perfekt, wenn Sie Ihren Städtetrip um einen Abstecher in die Weinorte und Reblandschaften Burgunds erweitern möchten.

Und ja: Senf gehört natürlich dazu – aber am besten nicht als Klischee, sondern als echte Zutat. In Dijon schmeckt er in Saucen, Dressings oder zu Terrinen und Fleischgerichten deutlich überzeugender als „nur“ im Souvenirglas.

Unsere Empfehlungen:

Foto:  Cité Internationale de la Gastronomie et du Vin

Fazit: Dijon: Savoir-vivre in Burgund

Dijon verbindet Altstadt-Charme, herzogliche Geschichte und eine Genusskultur, die man sofort spürt – von den Markthallen bis zu den Terrassen am Abend. Und wer noch mehr Burgund möchte, hat mit der Route des Grands Crus bereits die nächste Etappe vor der Tür.

Für zusätzliche Inspiration passt auch unser Blogbeitrag „Zauberhaftes Burgund: Eine Reise durch Geschichte, Kultur und Kulinarik“ perfekt als Ergänzung.