Wenn man an Dijon denkt, schiesst einem oft sofort ein Gedanke in den Kopf: Senf. Doch wer die Hauptstadt Burgunds nur auf ihre scharfe Exportware reduziert, verpasst eine der charmantesten und genussvollsten Städte Frankreichs. Zwischen mittelalterlichem Fachwerk, eleganten Plätzen und dem Erbe der burgundischen Herzöge zeigt Dijon, wie leicht sich Kultur und Kulinarik verbinden lassen. In diesem Blogbeitrag stellen wir die schönsten Sehenswürdigkeiten, kulinarischen Highlights und praktische Tipps für Ihren Städtetrip nach Dijon vor.
Inhalt:
Foto: Ein elegantes Gebäude gegenüber dem Herzogspalast von Burgund in Dijon.
Anreise (aus der Schweiz): Dijon eignet sich hervorragend für einen Kurztrip, weil Sie die Stadt bequem per Bahn erreichen. Mit TGV Lyria gibt es schnelle Verbindungen – als Richtwert gilt: ab Basel rund 1 h 30, ab Lausanne rund 2 h, ab Zürich rund 2 h 30 (je nach Verbindung). Der Vorteil: Sie kommen zentral an und können direkt losziehen.
Spar-Tipp: Der Dijon City Pass (24/48/72 Stunden) lohnt sich, wenn Sie mehrere Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse bündeln möchten – je nach Variante mit Eintritten, Führungen und ausgewählten Degustationen. https://en.destinationdijon.com/destination/dijon-city-pass/
Grand Hôtel La Cloche Dijon – MGallery Collection: Eine klassische Adresse mit viel Eleganz und Geschichte – ideal, wenn Sie Dijon stilvoll erleben möchten und Wert auf ein hochwertiges Hotelambiente in sehr guter Lage legen.
Chapeau Rouge par William Frachot – Hôtel, Espace Bien-être & Restaurant étoilé: Perfekt für ein besonderes Wochenende: Boutique-Charakter, Wellnessbereich und die Option auf ein kulinarisches Highlight im Sterne-Restaurant– eine starke Wahl für alle, die Genuss bewusst einplanen.
Mama Shelter Dijon: Urban, unkompliziert und designorientiert – ideal, wenn Sie ein modernes, lebendiges Hotelgefühl suchen und Ihren Städtetrip gern mit einer entspannten, zeitgemässen Atmosphäre kombinieren.
Dijons grosse Bühne ist der Palais des Ducs et des États de Bourgogne – jahrhundertelang Machtzentrum der burgundischen Herzöge und bis heute das Herz der Stadt. Direkt davor liegt der Place de la Libération: weit, elegant und ideal, um Dijons „Grand-Style“-Atmosphäre sofort zu spüren. Von hier aus führen wenige Schritte in die Altstadt, wo Fachwerk, Innenhöfe und kleine Passagen den reizvollen Kontrast zur palastartigen Kulisse bilden.
Ein echtes Highlight ist der Tour Philippe le Bon: Der Turm gehört zum ehemaligen Herzogssitz und bietet – oben angekommen – einen der besten Rundblicke über die Dächer der Altstadt bis hinaus Richtung Burgund. Besonders schön ist das am späten Nachmittag, wenn das Licht die Fassaden wärmer macht und Dijon noch einmal eine Spur fotogener wirkt.
Foto: Palais des Ducs et des États de Bourgogne
Nachdem Sie rund um den Herzogssitz in die grosse Geschichte Dijons eingetaucht sind, zeigt die Stadt im zweiten Schritt ihre leichtere, alltagsnahe Seite – charmant, genussvoll und voller kleiner Entdeckungen:
Église Notre-Dame & „La Chouette“: Ein kurzer Abstecher, der sich doppelt lohnt: markante Architektur, schöne Fotoperspektiven – und gleich daneben die berühmte Eule, die in Dijon fast schon zum Ritual gehört.
Musée de la Vie Bourguignonne: Eine sympathische Ergänzung zur „grossen“ Geschichte: Alltagskultur, Traditionen und burgundisches Lebensgefühl – ideal, wenn Sie Dijon noch näher verstehen möchten.
Wer nach Palast, Plätzen und Altstadtgassen noch tiefer ins burgundische Erbe eintauchen möchte, sollte sich dieses Kunstkapitel nicht entgehen lassen: Die Chartreuse de Champmol war einst Kartäuserkloster und eng mit den burgundischen Herzögen verbunden. Heute ist sie vor allem wegen eines aussergewöhnlichen Werks berühmt: dem Puits de Moïse (Mosesbrunnen). Das Skulpturenensemble gilt als Meisterwerk der burgundischen Spätgotik. Die Figuren wirken erstaunlich lebendig und detailreich – ein kurzer Besuch, der sich wie ein „Museumsmoment unter freiem Himmel“ anfühlt und Dijon noch einmal eine ganz andere Tiefe gibt.
Praktischer Hinweis: Der Ort liegt auf dem Areal des Centre Hospitalier La Chartreuse – prüfen Sie daher vorab die aktuelle Zugänglichkeit/Öffnungszeiten.
Video: Chartreuse de Champmol
Wenn Sie Dijon kulinarisch „richtig“ beginnen möchten, führt kein Weg an Les Halles vorbei. Am Vormittag zeigen die Markthallen die Stadt in Bestform: Käse, Charcuterie, Pasteten, frisches Brot und kleine Delikatessen – genau diese Mischung macht sofort klar, wie ernst Dijon gutes Essen nimmt. Wer tiefer in die Genuss-DNA der Stadt eintauchen möchte, plant Zeit für die Cité Internationale de la Gastronomie et du Vin ein. Sie verbindet Kulinarik, Weinwissen und burgundischen Kontext – ideal, um zwischen Markt, Bistro und Abendessen noch einmal die „grosse“ Genussgeschichte dahinter zu verstehen.
Auf den Speisekarten darf es gern burgundisch-herzhaft werden: Bœuf Bourguignon, Schmorgerichte in Weinsauce und saisonale Bistro-Klassiker – am liebsten mit einer Auswahl regionaler Käse dazu. Zum Start in den Abend passt ein Kir (Weisswein mit Crème de Cassis), der in Dijon ganz selbstverständlich zum Aperitif gehört. Besonders stimmungsvoll wird es am Place Émile Zola: abends füllen sich die Terrassen, und die Stadt trifft sich zum Essen, Plaudern und Wein.
Apropos Wein: Von Dijon aus beginnt die legendäre Route des Grands Crus – perfekt, wenn Sie Ihren Städtetrip um einen Abstecher in die Weinorte und Reblandschaften Burgunds erweitern möchten.
Und ja: Senf gehört natürlich dazu – aber am besten nicht als Klischee, sondern als echte Zutat. In Dijon schmeckt er in Saucen, Dressings oder zu Terrinen und Fleischgerichten deutlich überzeugender als „nur“ im Souvenirglas.
Unsere Empfehlungen:
Foto: Cité Internationale de la Gastronomie et du Vin
Dijon verbindet Altstadt-Charme, herzogliche Geschichte und eine Genusskultur, die man sofort spürt – von den Markthallen bis zu den Terrassen am Abend. Und wer noch mehr Burgund möchte, hat mit der Route des Grands Crus bereits die nächste Etappe vor der Tür.
Für zusätzliche Inspiration passt auch unser Blogbeitrag „Zauberhaftes Burgund: Eine Reise durch Geschichte, Kultur und Kulinarik“ perfekt als Ergänzung.