Wenn der Asphalt flimmert und selbst der Schatten keine Erfrischung mehr bringt, beginnt die Sehnsucht nach einem anderen Sommer: nach Meeresbrise, stillen Seen, langen Tagen und Temperaturen, bei denen Wandern, Entdecken und Schlafen wieder Freude machen. Coolcations führen dorthin, wo der Sommer nicht ausgebremst, sondern neu erlebt wird. Diese zehn Reiseziele verbinden angenehmes Klima mit besonderer Landschaft und Atmosphäre.
Inhalt:
Foto: Grasbewachsene Berghänge, steil abfallende Klippen und kleine Dörfer mit dunklen Holzhäusern prägen die Färöer-Inseln.
Grasbewachsene Berghänge, steil abfallende Klippen und kleine Dörfer mit dunklen Holzhäusern prägen die Färöer-Inseln. Die 18 Inseln liegen zwischen Schottland und Island im Nordatlantik und sind über Tunnel, Brücken und Fähren miteinander verbunden. Wasserfälle stürzen unmittelbar ins Meer, schmale Strassen führen durch beinahe unberührte Landschaften und hinter jeder Kurve öffnet sich ein neuer Blick auf die Küste.
Mit durchschnittlich etwa 10 bis 13 Grad bleiben die Sommer angenehm frisch. Wind, Nebel, Sonne und kurze Regenschauer können sich innerhalb weniger Stunden abwechseln. Tórshavn eignet sich als zentraler Ausgangspunkt für die Erkundung der Inselgruppe. Oberhalb der kleinen Hauptstadt liegt das Hotel Føroyar, dessen grasgedecktes Dach und zurückhaltende Architektur mit der Landschaft zu verschmelzen scheinen. Von den Zimmern und dem Restaurant reicht der Blick über die Stadt bis zur Insel Nólsoy.
Der schönste Coolcation-Moment: Nach einer Wanderung mit geröteten Wangen in einem kleinen Café sitzen, während draussen Nebel über die Klippen zieht.
Foto: Gletscher, Lavafelder, schwarze Strände und tosende Wasserfälle machen Island zu einem der abwechslungsreichsten Coolcation-Ziele Europas.
Gletscher, Lavafelder, schwarze Strände und tosende Wasserfälle machen Island zu einem der abwechslungsreichsten Coolcation-Ziele Europas. Reykjavík bildet einen guten Ausgangspunkt für Ausflüge zum Golden Circle, auf die Halbinsel Reykjanes und entlang der Südküste. Wer mehr Zeit mitbringt, reist weiter auf der Ringstrasse oder erkundet die ruhigeren Westfjorde.
Im Juli bewegen sich die Temperaturen in Reykjavík meist zwischen 9 und 15 Grad. Wind und Regen bleiben auch im Hochsommer möglich, dafür stehen täglich mehr als 20 Stunden Helligkeit zur Verfügung. Im Zentrum der Hauptstadt verbindet das Canopy by Hilton Reykjavík modernes isländisches Design mit der Geschichte mehrerer ehemaliger Geschäfts- und Kulturgebäude. Restaurants, kleine Läden, die Uferpromenade und die markante Hallgrímskirkja sind zu Fuss erreichbar.
Der schönste Coolcation-Moment: Nach einem windigen Tag in einer heissen Quelle liegen und beobachten, wie die helle Sommernacht langsam über die Landschaft zieht.
Foto: Tiefe Fjorde, grüne Berghänge und kleine Küstenorte prägen den Westen Norwegens. Bergen ist der ideale Ausgangspunkt für Reisen zum Hardangerfjord, Sognefjord oder Nærøyfjord.
Tiefe Fjorde, grüne Berghänge und kleine Küstenorte prägen den Westen Norwegens. Bergen ist der ideale Ausgangspunkt für Reisen zum Hardangerfjord, Sognefjord oder Nærøyfjord. Zugleich lohnt es sich, einige Tage in der Hafenstadt selbst einzuplanen: Die historischen Holzhäuser von Bryggen, der Fischmarkt und die umliegenden Aussichtspunkte lassen sich bequem zu Fuss entdecken.
Die Sommertemperaturen bewegen sich häufig zwischen 10 und 20 Grad. An sonnigen Tagen können zwar auch mehr als 20 Grad erreicht werden, doch Meeresluft und wechselhaftes Wetter sorgen meist für Erfrischung. Mitten im lebendigen Restaurantviertel Skostredet liegt das gleichnamige Hotel & Spa, dessen Gestaltung japanische Eleganz mit skandinavischer Schlichtheit verbindet. Nach einem Tag zwischen Fjorden und Bergen bieten mehrere Saunen sowie warme und kalte Becken einen angenehmen Rückzugsort. Aussergewöhnlich ist auch das hauseigene Sternerestaurant OMAKASE by Sergey PAK, das lokale norwegische Zutaten mit japanischen Küchentechniken verbindet.
Der schönste Coolcation-Moment: Früh am Morgen mit dem Schiff durch einen stillen Fjord gleiten, während Wasserfälle von den steilen Berghängen stürzen.
Foto: Für eine längere Rundreise in den Schottischen Highlands bieten sich die Isle of Skye und die wilde Westküste an.
Die schottischen Highlands sind von tiefen Seen, kargen Berglandschaften, Burgruinen und schmalen Strassen geprägt, die durch beinahe menschenleere Täler führen. Inverness bildet einen geeigneten Ausgangspunkt für Loch Ness, den Cairngorms National Park und die nördliche Küste. Für eine längere Rundreise bieten sich zusätzlich die Isle of Skye und die wilde Westküste an.
Im schottischen Sommer liegen die durchschnittlichen Höchsttemperaturen bei etwa 17 Grad. In höher gelegenen oder windigen Regionen kann es deutlich kühler wirken, gleichzeitig sind sonnige und überraschend warme Tage möglich. Direkt am begrünten Ufer des River Ness befindet sich das Ness Walk Hotel. Die Innenstadt von Inverness ist zu Fuss erreichbar, während die ruhige Lage bereits auf die Landschaften ausserhalb der Stadt einstimmt.
Der schönste Coolcation-Moment: An einem einsamen Loch picknicken, während Wolkenschatten langsam über die umliegenden Berge wandern.
Foto: Die irische Westküste eignet sich weniger für einen einzelnen Standort als für eine Reise in mehreren Etappen - Galway ist eine gute Basis für Connemara und die Aran Islands.
Die irische Westküste eignet sich weniger für einen einzelnen Standort als für eine Reise in mehreren Etappen. Galway ist eine gute Basis für Connemara und die Aran Islands. Weiter südlich folgen die Cliffs of Moher, die Halbinsel Dingle und die dramatischen Küstenlandschaften von Kerry.
Im Juli und August liegen die Temperaturen häufig zwischen 10 und 19 Grad. Sonne, Wind und kurze Regenschauer wechseln sich rasch ab und verleihen den Wiesen, Mooren und Küsten ihre intensiven Farben. Am Lough Corrib, nur wenige Fahrminuten ausserhalb von Galway, liegt das Glenlo Abbey Hotel & Estate. Das historische Anwesen verbindet die Nähe zur lebendigen Stadt mit der Ruhe der westirischen Landschaft.
Galway ist zudem für seine Austern bekannt, die in den klaren Gewässern der Atlantikküste gedeihen. Besonders im Spätsommer und Herbst gehören sie zu den kulinarischen Besonderheiten der Region.
Der schönste Coolcation-Moment: Auf einer schmalen Küstenstrasse fahren, den Atlantik im Blick und hinter jeder Kurve einen neuen Strand entdecken.
Foto: Estlands Nordküste verbindet Tallinns mittelalterliche Altstadt mit Sandstränden, kleinen Inseln und den dichten Wäldern des Lahemaa-Nationalparks.
Estlands Nordküste verbindet Tallinns mittelalterliche Altstadt mit Sandstränden, kleinen Inseln und den dichten Wäldern des Lahemaa-Nationalparks. Die Hauptstadt ist kompakt und lässt sich gut mit Tagesausflügen nach Naissaar, Aegna oder Prangli kombinieren. Wer länger bleibt, kann die Reise bis zu den westestnischen Inseln Saaremaa und Hiiumaa fortsetzen.
Im Sommer liegen die Temperaturen in Tallinn meist zwischen 15 und 20 Grad. Wärmere Phasen sind möglich, doch am Meer sorgt häufig eine leichte Brise für angenehmere Bedingungen. Direkt an der historischen Stadtmauer befindet sich das Nunne Boutique Hotel. In dem ruhig gestalteten Haus treffen sichtbare Spuren der mittelalterlichen Stadtgeschichte auf zeitgenössisches estnisches Design.
Der schönste Coolcation-Moment: Am späten Abend an der Ostsee sitzen und feststellen, dass der Himmel noch immer nicht vollständig dunkel geworden ist.
Foto: Nördlich von Kopenhagen beginnt Nordseeland, das wegen seiner langen Küste auch als dänische Riviera bezeichnet wird.
Nördlich von Kopenhagen beginnt Nordseeland, das wegen seiner langen Küste auch als dänische Riviera bezeichnet wird. Badeorte wie Tisvildeleje und Hornbæk, Schloss Kronborg und das Louisiana Museum of Modern Art lassen sich zu einer abwechslungsreichen Reise zwischen Meer, Kultur und skandinavischem Lebensgefühl verbinden.
Im Juli und August erreichen die Temperaturen meist rund 20 Grad. Sonnige Tage sind warm genug für Strandbesuche und lange Abende im Freien, während die Küstenbrise und die Nächte angenehm frisch bleiben. Oberhalb des Kattegats liegt das Helenekilde Badehotel, ein ehemaliges privates Sommerhaus, das bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts in eine Badepension umgewandelt wurde. Helle Räume, Meerblick und der direkte Zugang zur Küstenlandschaft verleihen dem Haus eine entspannte Sommeratmosphäre.
Der schönste Coolcation-Moment: Nach einer Velotour durch Wälder und kleine Küstenorte die Schuhe ausziehen und den langen Sommertag am Kattegat ausklingen lassen.
Foto: Vor Stockholm erstreckt sich ein Schärengarten mit mehr als 30’000 Inseln und kleinen Felseninseln.
Vor Stockholm erstreckt sich ein Schärengarten mit mehr als 30’000 Inseln. Einige bestehen nur aus Wald, Felsen und vereinzelten Sommerhäusern, andere besitzen kleine Hafenorte, Restaurants und traditionelle Unterkünfte. Stockholm bildet den kulturellen Auftakt, bevor Fähren weiter nach Vaxholm, Grinda, Utö oder Sandhamn fahren.
Im Juli liegen die Temperaturen durchschnittlich zwischen 14 und 23 Grad. An warmen Tagen bieten die Ostsee, schattige Wälder und die Fahrt auf dem Wasser schnelle Abkühlung. Auf der autofreien Insel Grinda empfängt das historische Grinda Wärdshus Reisende, die den Schärengarten nicht nur während eines Tagesausflugs erleben möchten. Wenn die letzten Fähren abgelegt haben, kehrt auf der Insel eine besondere Ruhe ein.
Der schönste Coolcation-Moment: Mit der Fähre zwischen bewaldeten Inseln hindurchfahren und zusehen, wie Stockholm langsam hinter dem Horizont verschwindet.
Foto: Die Finnische Seenplatte ist ein weit verzweigtes Mosaik aus Wasser, Inseln und Wäldern.
Die Finnische Seenplatte ist ein weit verzweigtes Mosaik aus Wasser, Inseln und Wäldern. Savonlinna, Kuopio und Jyväskylä eignen sich als Ausgangspunkte, doch das eigentliche Feriengefühl entsteht oft in einem «Mökki» – einem traditionellen Ferienhaus mit Sauna und eigenem Zugang zum See.
Im Süden Finnlands bewegen sich die Temperaturen im Juli häufig zwischen 20 und 25 Grad. Damit ist die Region etwas wärmer als viele andere nordische Coolcation-Ziele, die Tausenden Seen bieten jedoch jederzeit Abkühlung. Direkt am Saimaa-See liegt das Sahanlahti Resort auf dem Gelände eines ehemaligen Sägewerks. Historische Gebäude, moderne Unterkünfte und mehrere Saunen – darunter eine traditionelle Rauchsauna – verbinden den Aufenthalt mit der Natur und der finnischen Saunakultur.
Eine regionale Besonderheit sind «Muikku», kleine Maränen aus den finnischen Seen, die knusprig gebraten oder geräuchert serviert werden. Besonders in Savonlinna gehören sie im Sommer zum Angebot der Marktstände und kleinen Hafenrestaurants.
Der schönste Coolcation-Moment: Nach der Sauna über einen Holzsteg laufen und in einen spiegelglatten See eintauchen, während die Abendsonne noch über den Bäumen steht.
Foto: Die Azoren - die portugiesische Inselgruppe liegt mitten im Atlantik und verbindet Kraterseen, grüne Berghänge, natürliche Thermalquellen und schwarze Lavaküsten.
Die Azoren bilden den wärmsten Abschluss dieser Auswahl. Die portugiesische Inselgruppe liegt mitten im Atlantik und verbindet Kraterseen, grüne Berghänge, natürliche Thermalquellen und schwarze Lavaküsten. São Miguel ist die grösste Insel und eignet sich besonders für eine erste Reise.
Die durchschnittlichen Sommertemperaturen liegen bei rund 21 Grad. Sonne, Nebel und kurze Regenschauer können sich dennoch rasch abwechseln. In Ponta Delgada befindet sich das Octant Hotel gegenüber der Marina. Von der Inselhauptstadt aus lassen sich sowohl die Kraterseen von Sete Cidades als auch die Thermalgebiete rund um Furnas gut erreichen.
Eine aussergewöhnliche Spezialität der Insel ist der «Cozido das Furnas». Der traditionelle Eintopf wird in grossen Töpfen in der heissen Vulkanerde gegart und nach mehreren Stunden wieder ausgegraben. Das Gericht ist eng mit der geothermalen Landschaft von São Miguel verbunden und weit mehr als nur eine regionale Mahlzeit.
Der schönste Coolcation-Moment: Über dem Kratersee Sete Cidades stehen, während Wolken über die grünen Hänge ziehen und in der Ferne der Atlantik aufleuchtet.
Fazit: Eine Coolcation ist mehr als die Flucht vor hohen Temperaturen. Sie eröffnet eine andere Art, den Sommer zu erleben: aktiver, ruhiger und näher an der Natur. Statt den Tag nach der Mittagshitze auszurichten, bleibt Zeit für lange Wanderungen, spontane Ausflüge und helle Abende am Wasser. Ob windige Atlantikinsel, nordische Hauptstadt oder finnisches Seeufer – manchmal fühlt sich gerade ein wenig weniger Wärme nach echten Sommerferien an.