Schaffhausen liegt keine Stunde von Zürich entfernt – und fühlt sich trotzdem an wie eine andere Welt. Mittelalterliche Erker, ein donnernder Wasserfall und Rebberge direkt vor der Stadtmauer machen die Stadt zum idealen Ziel für ein abwechslungsreiches Wochenende. Wer hier zwei Tage verbringt, kommt mit dem Gefühl zurück, wirklich weggewesen zu sein.
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Foto: Panoramablick über die Schaffhauser Altstadt mit dem Munot hoch über dem Rhein.
Der Freitagnachmittag beginnt entspannt: Ab Zürich HB dauert die Zugfahrt nur rund 40 Minuten – und schon steht man mitten in der Schaffhauser Altstadt. Koffer ins Hotel, kurz durchatmen, dann raus in die Gassen. Denn Schaffhausen erlebt man am schönsten zu Fuss. Der erste Spaziergang führt durch die Vordergasse und über den Fronwagplatz – vorbei an reich verzierten Erkern, historischen Zunfthäusern und alten Brunnen. Die Altstadt ist kompakt, aber voller Charakter: Hinter jeder Fassade, jedem Torbogen und jedem kleinen Laden wartet ein neues Detail.
Wer noch etwas Zeit hat, steigt vor dem Abendessen zum Munot hinauf. Der kurze Weg durch den Weinberg führt zur markanten Rundfestung aus dem 16. Jahrhundert – Schaffhausens Wahrzeichen. Oben öffnet sich der Blick über die Dächer der Stadt, den Rhein und die Hügel der Umgebung. Besonders schön: kurz vor Sonnenuntergang.
Für den Abend gibt es zwei stimmungsvolle Optionen: Der Munotblick direkt am Rheinufer ist ideal für ein entspanntes Dinner mit Terrasse und Blick auf Altstadt und Festung. Wer lieber klein, fein und kulinarisch ambitioniert startet, reserviert im D’Chuchi – einem charmanten Lokal in der Altstadt mit saisonaler Küche aus regionalen Zutaten und Auszeichnung im Michelin-Guide. Bitte beachten: Vom 14. Juli bis 11. August 2026 hat das Restaurant Betriebsferien.
Der Samstag beginnt am besten früh – denn Schaffhausen hat an diesem Morgen etwas zu bieten, das man nicht verpassen sollte: den Wochenmarkt, der sich rund um den Fronwagplatz und durch die Vordergasse zieht. Jeden Samstagmorgen ab 7 Uhr reihen sich hier die Stände aneinander: mit frischem Obst und Gemüse aus der Region, Blumen, Käse, Brot, Honig, Eiern und lokalen Spezialitäten. Kein touristischer Markt, sondern ein echter Treffpunkt der Stadt. Ein Gipfeli vom Bäcker dazu, ein Kaffee zum Mitnehmen – und der Samstag ist schon gut gestartet.
Danach wartet das grosse Naturhighlight: der Rheinfall. Mit dem Autobus oder Fahrrad ist man von Schaffhausen aus in rund 20 Minuten dort - schon der erste Blick macht Eindruck: Wassermassen, Gischt, Donnern. Stege und Aussichtsplattformen führen nah an den Wasserfall heran, besonders schön ist der Besuch am Morgen, wenn noch weniger Menschen unterwegs sind. Im Frühsommer, während der Schneeschmelze, zeigt sich der Rheinfall meist von seiner kraftvollsten Seite. Wer noch näher ans Wasser möchte, bucht eine Bootsfahrt. Verschiedene Anbieter wie Rhyfall Mändli und Schiffmändli bieten Touren an; Tickets gibt es je nach Route ab ca. CHF 6.– pro Person. Kinder unter 6 Jahren fahren in Begleitung eines Erwachsenen in der Regel kostenlos.
Foto: Entspannter Blick vom Rheinufer auf die Altstadt und den Munot.
Zurück vom Rheinfall braucht es kein grosses Programm mehr. Der Samstagnachmittag in Schaffhausen gehört dem Rheinufer – besonders zwischen Mai und September, wenn sich rund um das Lindli-Areal eine kleine Sommerwelt direkt am Wasser entfaltet.
Gleich unterhalb der Altstadt ist in den letzten Jahren ein entspannter Mikrokosmos aus Pop-up-Spots und Sommerlokalen entstanden. Im Lindli Kafi sitzt man direkt am Bootssteg – mit Kaffee, Cocktails, den Füssen fast im Wasser und Blick auf den Rhein. Wer etwas essen möchte, findet in der Rhykantine Bowls, Burger und Salate in urbaner Container-Atmosphäre. Nebenan sorgen SchuSchu mit süssen und herzhaften Waffeln sowie Lunas mit Crêpes für genau die leichte, unkomplizierte Energie, die zu einem Sommernachmittag am Fluss passt.
Wer lieber etwas Kultur einbauen möchte, besucht das IWC Museum am Rand der Altstadt. In der historischen Manufaktur erhält man einen spannenden Einblick in die Welt der Schaffhauser Uhrmacherkunst – von frühen Taschenuhren bis zu ikonischen Fliegeruhren. Es ist eine stilvolle Alternative oder Ergänzung, wenn man den Nachmittag nicht nur am Wasser verbringen möchte.
Wer den Nachmittag noch verlängern möchte, kann einen Ausflug ins Schaffhauser Blauburgunderland einplanen. Orte wie Hallau, Osterfingen oder Wilchingen liegen rund 25 bis 30 Minuten von Schaffhausen entfernt und sind bekannt für ihre Rebberge und Weingüter. Eine konkrete Empfehlung ist die Rötiberg Kellerei in Wilchingen - ein guter Stopp für alle, die regionale Weine direkt vor Ort degustieren oder kaufen möchten.
Video: Museum zu Allerheiligen Schaffhausen.
Der Sonntag in Schaffhausen hat ein eigenes Tempo. Die Altstadt ist ruhiger, die Gassen wirken weiter, und über den Erkern, Brunnen und Fassaden liegt eine entspannte Wochenendstimmung. Nach zwei Tagen voller Eindrücke ist jetzt der richtige Moment, die Stadt noch einmal ohne festes Programm zu geniessen. Den Tag beginnt man am besten mit einem langen Frühstück. Wer direkt am Wasser sitzen möchte, geht ins Café am Rheinquai – mit Blick auf den Rhein und einem Angebot vom kleinen Zmorge bis zum herzhaften Matrosen-Frühstück. Wer lieber in der Altstadt bleibt, findet im Café Vordergasse eine gemütliche Alternative: ein Familienbetrieb seit 1968, mit hausgemachten Kuchen, frischem Gebäck und Kaffee.
Nach dem Frühstück lohnt sich ein letzter Spaziergang durch die Innenstadt – mit einem Abstecher zum Münster zu Allerheiligen und zur Stadtkirche St. Johann. Beide liegen zentral, sind ruhig und zeigen noch einmal eine andere Seite der Altstadt, bevor man durch die Gassen zurück Richtung Rhein flaniert.
Wer noch Zeit hat, setzt sich ein letztes Mal ans Rheinufer und lässt die Stadt auf sich wirken. Der Zug nach Zürich fährt regelmässig – doch wer kann, bleibt noch bis nach dem Mittagessen. So endet das Wochenende ruhig, entspannt und mit dem Gefühl, länger weg gewesen zu sein, als es die kurze Distanz vermuten lässt.
Video: Stars in Town 2026
Wer den Wochenendtrip mit einem Event verbinden möchte, findet 2026 einige schöne Anlässe – von Musik in der Altstadt bis zu Wein- und Genussmomenten im Blauburgunderland.
Foto: Hotel Chur
Kurze Antwort: ja. Längere Antwort: mehr, als man erwartet. Schaffhausen ist schnell erreichbar und fühlt sich trotzdem wie eine echte Auszeit an. Zwischen Altstadt, Munot, Rheinfall, Rheinufer und regionalem Genuss entsteht ein Wochenende, das unkompliziert ist – aber lange nachwirkt.
Gerade diese Mischung macht den Reiz aus: morgens über den Wochenmarkt schlendern, mittags die Kraft des Rheinfalls erleben und den Tag entspannt am Wasser ausklingen lassen. Schaffhausen ist nah genug für einen spontanen Kurztrip – und besonders genug, um sich wie eine kleine Reise anzufühlen.